Sozialistischer Realismus am Beispiel eines Triptychons von Walter Womacka

von Jörn Kleinhardt (04.12.2014)

Der Künstler Walter Womacka zählt zu den wichtigsten Vertretern der Kunstszene  in der DDR. Seine zahlreichen und oft großformatigen Arbeiten im öffentlichen Raum haben bis heute Bestand und stehen beispielhaft für den Stil des „Sozialistischen Realismus“.

In unserer Sammlung befindet sich die verkleinerte Nachbildung seines Triptychons „Internationaler Widerstandskampf gegen den Faschismus“, welches im Original seit 1961 in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen zu bewundern ist. Das Exemplar besteht aus einem Kunststoffetui und jeweils 3 Farbdrucken auf Karton im A4 Format. Jeder der drei Teile des Triptychons  behandelt eine bestimmte Thematik. Das Hauptmotiv auf der linken Seite bildet eine junge Familie welche im Untergrund agiert. Umrandet werden die großen und farbig hervorgehobenen Figuren von zwölf Einzelbildern welche Alltagssituationen des Untergrundes und Widerstandes darstellen. Unmittelbar über der Figurengruppe ist die Losung „Für die Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes“ platziert.

Das rechte Bild zeigt eine Partisanenfamilie in Form einer trauernden Mutter und ihrem ebenfalls trauernden Sohn. Zwischen den beiden Figuren liegt der gestorbene Vater.  Umrandet wird das Hauptmotiv von zehn Darstellungen des bewaffneten Kampfes der Partisanen. Das mittige Figurenensemble wird von den Sprüchen  „Für die Befreiung der Heimat vom Faschismus!“ und „Tod den Feinden des Vaterlandes“ flankiert.

Das Herzstück des Triptychons bildet eine Personengruppe bestehend aus einem Sowjetsoldaten mit Kind auf dem Arm, einem befreiten KZ-Häftling  sowie einer bewaffneten Widerstandkämpferin. Diese schwenkt eine rote Fahne. Oberhalb der Hauptgruppe auf der linken Seite steht das Wort Frieden in zwölf verschiedenen Sprachen. Daneben steigen Friedenstauben in den Himmel. Das Vries am unteren Rand besteht aus vier Darstellungen der Befreiung und Verbrüderung. Die Gesamtheit der Abbildungen und Parolen entsprechen dem Zeitgeist und der offiziellen Geschichtsdarstellung der DDR in der Dekade des Mauerbaus.

Das originale Glasmosaik in Sachsenhausen besteht, im Gegensatz zu unserem Exponat,  aus jeweils 4 mal 2,40 Meter großen Einzelbildern und wurde in diesem Jahr aufwändig restauriert. Auch in unserem Restaurant befindet sich ein großformatiges Kunstwerk, „Lob des Kommunismus“ geschaffen von Ronald Paris.

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