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Minibücher in der DDR – große Werke in kleinem Format

Bei den sogenannten Miniaturbüchern handelt es sich um kleinformatige Bücher, die im ausgehenden 19. Jahrhundert verstärkt in Mode kamen. Auch zu DDR-Zeiten stellten sie ein beliebtes Sammelstück dar. von Maria Bartholomäus (22.03.2017)

Bei den sogenannten Miniaturbüchern handelt es sich um kleinformatige Bücher mit einer Seitengröße von maximal 10 x 10 cm. Verstärkt in Mode kamen sie im ausgehenden 19. Jahrhundert. Da sie wenig Platz beanspruchten, handlich und leicht waren, stellten sie einen idealen Reisebegleiter in einer Zeit dar, in der sich die Mobilität des Menschen durch den industriellen und technischen Fortschritt maßgeblich erhöhte. Auch in der DDR erfreuten sich die kleinen Bücher einer großen Beliebtheit. Ihr Inhalt lässt sich als literarischer Spiegel der Gesellschaft beschreiben und konnte sowohl Klassiker der Weltliteratur, politische Manifeste/Reden, Biografien bedeutender Personen als auch Stadtführer, Sportereignisse, Kochbücher, Märchen und Erotica umfassen. Bände, die beispielsweise die Vorstellung von Städten oder Sehenswürdigkeiten zum Inhalt hatten, waren zudem mit vielen Fotografien versehen, die dem Minibuch sogar einen gewissen Bildbandcharakter veliehen. Die in aufwändiger Handarbeit gebundenen Schriftstücke wurden in der Regel mit passendem Pappschuber von Verlagen hergestellt, die auf die Produktion von Minibüchern spezialisiert waren. Die Minibücher, die sich in der Sammlung des DDR Museums befinden, sind größtenteils von dem Unternehmen "Offizin Andersen Nexö Leipzig" hergestellt worden. Bereits zu DDR-Zeiten stellten die kleinen Bücher ein gefragtes Sammelobjekt dar. Doch auch heute ist das Interesse für Sammler ungebrochen – sicherlich nicht zuletzt aufgrund des begrenzten Bestandumfangs. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Minibüchern, die unseren Bestand veranschaulichen soll.

Das Miniaturbuch „Briefe aus dem Zuchthaus” von Karl Liebknecht erschien in der 3. Auflage 1980 beim Dietz Velag in Berlin. Es beinhaltet 347 Seiten und hat ein Format von 45 x 57 mm. Der Einband besteht aus Kunstleder, der Schuber aus Pappe. Diese Ausgabe enthält viele Illustrationen und erschien erstmals anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Liebknecht am 13. August 1971. Als Ikone des Sozialismus spielte Karl Liebknecht posthum eine wichtige Rolle als politische Leitfigur in der DDR und erhielt dementsprechend viele Ehrungen.

Das Miniaturbuch „Sanssouci“ wurde 1980 von der Generaldirektion der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci herausgegeben. Den Text verfasste Hans-Joachim Giersberg. Es besitzt 431 Seiten und ein Format von 61 x 61 mm. Der Einband wurde ebenfalls aus Kunstleder, der Schuber aus Pappe gefertigt. Das Buch stellt das Schloss Sanssouci, seine Parkanlagen und Kunstwerke vor. Es enthält zahlreiche Schwarz-Weiß-Illustrationen.

Das Miniaturbuch „Verflucht und zugenäht“ ist in der 2. Auflage 1978 beim Eulenspiegel Verlag in Berlin erschienen. Es enthält 302 Seiten; das Format beträgt 65 x 45 mm. Auch dieses Buch besitzt einen Kunstledereinband und kommt mit einem Pappschuber daher. Das Minibuch enthält Schimpfworte in alphabetischer Reihenfolge sowie Illustrationen von Wolfgang Würfel.

Wenn Sie sich diese Bücher genauer anschauen möchten, dann werfen Sie einen Blick in unsere Datenbank:
Miniaturbuch „Briefe aus dem Zuchthaus“
Miniaturbuch „Sanssouci“
Miniaturbuch „Verflucht und zugenäht“

 

Der Text ist ein Gastbeitrag von Victoria Kubale.

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