Mit Auszeichnung! Orden und Ehrenzeichen in der DDR Teil 2

von Jörn Kleinhardt (26.11.2015)

Heute geht es im Sammlungsblog aufgrund der enormen Vielfalt um weitere Orden, Medaillen und Ehrenzeichen aus der DDR. Ferner soll es heute auch um Gedenkmedaillen gehen, welche nicht an Personen verliehen wurden, sondern einen Bezug auf ein Jubiläum, Ort oder Ereignis nehmen.

„Medaille der Kreis Kinder- und Jugendspartakiade“     Spartakiaden genannte Sportwettkämpfe wurden jährlich auf Kreisebene veranstaltet, um Kinder und Jugendliche zu regelmäßiger sportlicher Betätigung zu animieren. Gleichzeitig wurden diese Spartakiaden zur Sichtung und Erkennung potenzieller Leistungssportler genutzt. Veranstalter der Spartakiaden waren die auf der Rückseite der Medaille abgebildeten Organisationen „Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB)“ sowie die Massenorganisationen für Kinder und Jugendliche, die Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ und die „Freie Deutsche Jugend (FDJ)“. Die Vorderseite unserer Silbermedaille zeigt drei Sportler beim Turnen, Laufen und Schwimmen. Umrandet von Slogan „Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade“. Die Medaille wurde aufgrund ihrer hohen Auflage aus einfachem Aluminium gefertigt und ist mit einem einfachen Trageband aus Kunststoff versehen. Auf das Trageband ist das Jahr der Veranstaltung (in unserem Fall 1987) aufgedruckt. Ansonsten ist die Form und der Inhalt der Medaille identisch, es war also egal ob man eine Medaille für gute Leistungen beim 100 Meter Lauf in Leipzig oder für Bodenturnen in Schwerin bekam.

„Medaille für hervorragende Mitarbeit beim Aufbau der Hauptstadt Berlin“     Diese besondere Medaille wurde in den 1970er Jahren an beteiligte Baubrigaden oder einzelne Arbeiter zum Dank ausgegeben. Gefertigt aus edlem Meissner Böttgersteinzeug beinhaltet die Vorderseite eine Abbildung des Brandenburger Tors. Umlaufend ist „Für hervorragende Mitarbeit beim Aufbau der Hauptstadt Berlin“ in Drucklettern angeordnet. Die Rückseite beinhaltet lediglich den Slogan „Wer Demokratie und Fortschritt will, hilft mit am grossen Aufbauwerk in der Deutschen Demokratischen Republik“. Am unteren Rand sind die berühmten gekreuzten Schwerter für Produkte aus dem Hause Meissen eingearbeitet.

„Medaille Frankfurt/Oder Am Strom der Freundschaft“                              Die Medaille aus rotem Kerzenwachs ist aufgrund des geringen Härtegrades ein sehr empfindliches Objekt. Auf der Vorderseite sind drei Flaggen zu erkennen (DDR, Polen, Sowjetunion). Im Hintergrund ist die „Brücke der Freundschaft“ zu sehen, welche 1952 fertiggestellt wurde und die Grenzstadt Frankfurt/Oder mit der polnischen Stadt Slubice auf der anderen Oderseite verbindet. Umrandet wird die Darstellung von dem oben genannten Schriftzug. Als „Strom der Freundschaft“ wurde in der DDR der Grenzfluss Oder bezeichnet. Auf der Rückseite ist das Stadtsiegel Frankfurts eingeprägt und wird von dem Slogan „Überreicht durch den Rat der Stadt Frankfurt/ Oder“ umrandet.

„Medaille 25 Jahre Nuklearmedizin in der DDR“                               Diese großformatige Medaille mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern erinnert an ein Vierteljahrhundert Nuklearmedizin in der DDR. Das erste Isotopenlabor wurde 1956 an der Berliner Charité durch Dr. Ernst Wilhelm Dörfel eingerichtet. Auf der Vorderseite ist mittig der Asklepiosstab abgebildet. Am oberen Ende des Stabes ist das Symbol für nukleare Energie integriert. Seitlich steht dazu: „25 Jahre Nuklearmedizin in der DDR 1981“ Am unteren Ende stehen die drei Buchstaben „sNM“ welche vermutlich für „sozialistische Nuklear Medizin“ stehen. Auf der Rückseite der großen Medaille ist mittig das Seitenprofil eines Mannes abgebildet. Links daneben steht „Georg von Hevesy/ 1895/ 1968“. Rechts neben dem Profilbild steht dagegen „Rudolf Schönheimer/ 1898/ 1941“. Bei beiden Namen handelt es sich um Wissenschaftler, welche sich ab den 1920er Jahren auf dem Gebiet der Nuklearmedizin verdient gemacht haben.  Die Zahlen stehen jeweils für die Lebensdaten der beiden Wissenschaftler. Beim Sterbejahr des ungarischen Wissenschaftlers Hevesy ist allerdings beim Prägen ein Fehler unterlaufen, da der Herr schon 1966 im westdeutschen Freiburg gestorben ist und nicht 1968 wie auf der Medaille zu sehen ist.

Haben Sie eventuell noch ein besonderes Stück, welches für die  Nachwelt von Interesse sein könnte? Dann melden Sie sich doch in unserer Sammlungsabteilung.

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