Ein Trabi kommt in die Sammlung

Seit kurzem ist die Sammlung des DDR Museum um ein spannendes Objekt reicher: Ein Trabant 1.1 fand nach seinem langjährigen Einsatz als fahrbarer Untersatz und mehreren Besitzerwechseln den Weg in unser Depot. Nach einer gründlichen Erstbetrachtung wird der Wagen nun nach konservatorischen Richtlinien behandelt und für die Zukunft bewahrt. Dabei befindet er sich in bester Gesellschaft – die Sammlung des DDR Museum umfasst schließlich einige weitere Fahrzeuge; darunter einen Trabant 601, ein Motorrad der Marke MZ sowie mehrere Kleinkrafträder der Marke Simson.
von Maria Bartholomäus (07.09.2015)

Seit kurzem ist die Sammlung des DDR Museum um ein spannendes Objekt reicher: Ein Trabant 1.1 fand nach seinem langjährigen Einsatz als fahrbarer Untersatz und mehreren Besitzerwechseln den Weg in unser Depot. Nach einer gründlichen Erstbetrachtung wird der Wagen nun nach konservatorischen Richtlinien behandelt und für die Zukunft bewahrt. Dabei befindet er sich in bester Gesellschaft – die Sammlung des DDR Museum umfasst schließlich einige weitere Fahrzeuge; darunter einen Trabant 601, ein Motorrad der Marke MZ sowie mehrere Kleinkrafträder der Marke Simson.

Der Trabant 1.1 ist das letzte Fahrzeug, das mit Stahlblech-Karosseriegerippe und einer Außenhaut aus Duroplast serienmäßig gefertigt wurde. Im Unterschied zum Trabant 601 verfügt der 1.1. über einen Viertaktmotor, einem Lizenzbau nach VW-Vorbild und wurde in den Karosseriegrundformen Limousine, Universal (Kombi), Pick-Up und Tramp gefertigt. Das Modell wurde zwischen 1988 und 1991 im VEB Sachsenring Automobilwerke in Zwickau produziert. Die Lizenz für den Bau des Viertaktmotors wurde bei Volkswagen bereits 1984 gekauft, daher floss der Großteil der Investitionen für das neue Trabant-Modell in die Produktion des Motors. Weitere Innovationen des neue Kleinwagens aus dem Hause IFA waren u.a. einen neuen Grill, Kunststoffstoßstangen sowie neue Heckleuchten. Ein weiterer Unterschied zum Vorgänger-Modell sind die Beschleunigungs- sowie Bremsleistung. Aufgrund der fehlenden Konkurrenzfähigkeit zu Westfahrzeugen, welche seit der Währungs- und Wirtschaftsunion am 1. Juli 1990 auch für ehemalige DDR-Bürger frei erhältlich waren, war das letzte Fahrzeug der Trabant-Baureihe jedoch kein wirtschaftlicher Erfolg. Die Produktion wurde entsprechend nach nur 3 Jahren eingestellt.

Unser Neuzugang wurde am 13. August 1996 erstmalig zugelassen und verfügt über eine Kombi-Karosserie. Der Vorbesitzer nutzte das Fahrzeug als Liebhaberstück und besuchte damit zahlreiche Trabitreffen; z.B. in Anklam, Eberswalde oder Prenzlau. Auch um Reparaturen kam er nicht herum: So erhielt der Wagen im Jahr 2010 einen neuen Kühler und im Jahr 2014 einen neuen Vergaser. Der Trabant wurde sogar ein halbes Jahr lang als Transportmittel für den täglichen Arbeitsweg genutzt. Die letzte Hauptuntersuchung erfolgte im Jahr 2015, kurz bevor der Trabant 1.1 in die Sammlung des DDR Museum überging.

Das Museum ist sehr froh über diese wertvolle Ergänzung seiner Fahrzeugsammlung und widmet sich nun der langfristigen Aufgabe der Wartung und Instandhaltung dieses besonderen Stücks DDR-Geschichte.

Haben auch Sie Objekte, die Sie dem DDR Museum spenden möchten oder Anekdoten und Erinnerungen zum Trabant 1.1? Kontaktieren Sie uns gern, wir freuen uns auf Ihre Geschichten!

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