Sammlung

Color - Bildbände aus der DEFA-Produktion

Sie zählen fast schon zu den Raritäten der DDR-Zeit – die Color- Bildbände. Auch als Dia- Rollfilme bezeichnet, waren die Bildbände in den 1950er bis Ende der 1970er Jahren in den ostdeutschen Kinderstuben weit verbreitet. von Melanie Alperstaedt (05.05.2014)

Sie zählen fast schon zu den Raritäten der DDR-Zeit – die Color- Bildbände. Auch als Dia- Rollfilme bezeichnet, waren die Bildbände in den 1950er bis Ende der 1970er Jahren in den ostdeutschen Kinderstuben weit verbreitet. Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die Kindergeburtstage, an denen solche Filmvorführungen gezeigt wurden und bei den Kindern sehr beliebt waren. Durch die farbenprächtigen Bilder und das Vorlesen der Geschichten oder Märchen wurde eine reizvolle Kinoatmosphäre erzeugt.

Die Bildbände wurden mit Hilfe eines Projektors gezeigt, der die Bilder nacheinander auf eine beliebige Fläche projizieren konnte und somit eine kleine Geschichte entstand. Dabei wurde die Filmrolle auf der einen Seite des Projektors eingelegt. Durch Kurbeln wurde die Rolle Bild für Bild auf eine gegenüberliegende Rolle gedreht. Da ein Bildband nur ca. 20 bis 25 Bilder beinhaltet, war die Vorführung auch dementsprechend kurz. Der zugehörige Text stand entweder unter den Bildern auf der Leinwand oder wurde von einem beiliegenden Zettel abgelesen. Zur damaligen Zeit konnten die kleinen Filmrollen privat erworben werden und kosteten 4,75 Mark in der Kaufhalle. Heute allerdings sind diese Filme nur noch sehr schwer zu finden und sind fast schon in Vergessenheit geraten.

Die meisten Dia-Rollfilme stammen aus der Produktion des VEB DEFA Kopier-Werke in Berlin. Die Filme existieren in verschiedenen Versionen: in zahlreichen Aufbewahrungsboxen und mit anders gestalteten Titelbildern, von unterschiedlichen Autoren oder Zeichnern. Bei den zahlreichen Aufbewahrungstypen waren Pappdosen die ältesten, danach wurden die Rollfilme in runden Kunststoffdosen mit einem Deckel produziert. Der jüngste Dosentyp ist die viereckige Kunststoffdose. Zu Beginn waren die Unterteile rot und die Deckel weiß, während sie später in bunte Dosen verpackt wurden. Auf den ersten Aufbewahrungsdosen waren die Nummern noch klein, während sie in den späteren Auflagen größer wurden.

Produziert wurden die Bildbände von der DEFA (Deutsche Film AG), die mehrere Hunderte dieser Filme herstellte: von Märchengeschichten über Landschaftsaufnahmen bis hin zu Comics. Sehr beliebt bei den kleinen Zuschauern waren dabei Color- Bildbände mit den Märchen der Gebrüder Grimm, wie zum Beispiel „Der gestiefelte Kater“ oder „Aschenputtel“ aber auch Comics wie zum Beispiel „Trix und Droll“.

Die Comicserie der ungleichen Freunde „Trix und Droll“ wurde in den 1970er Jahren von Willy Moese entworfen, der als einer der produktivsten Karikaturisten und Comickünstler der DDR gilt. Seine beiden Hauptfiguren, „Trix“, eine Katze und „Droll“, ein Rabe, bestehen zusammen unterschiedliche Abenteuer, indem sie ihr Können und sich auf lustige Weise ergänzen.

In der DDR war die DEFA der einzige Hersteller von Kino-Spielfilmen. Laut ihrer Gründer sollte die DEFA "helfen, in Deutschland die Demokratie zu restaurieren, die deutschen Köpfe vom Faschismus zu befreien und auch zu sozialistischen Bürgern erziehen“. 1949 als Deutsche Film-Aktiengesellschaft in Potsdam gegründet, wurde sie Ende 1952 wieder aufgelöst. An ihrer Stelle wurden mehrere Volkseigene Betriebe (VEB) gegründet, daneben das DEFA- Kopierwerk in Berlin Köpenick, der Produzent dieser bunten Bildbände.

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