Dünger für die Welt, Salz in der Werra - der Kalibergbau

Kalisalze waren der einzige Rohstoff der DDR, der in großen Mengen speziell als Düngemittel exportiert wurde sowie der zweitwichtigste Bodenschatz, gleich nach der Braunkohle. von Sören Marotz (03.02.2014)

Kalisalze waren der einzige Rohstoff der DDR, der in großen Mengen speziell als Düngemittel exportiert wurde sowie der zweitwichtigste Bodenschatz, gleich nach der Braunkohle.

Der Kalisalzabbau in Mitteldeutschland begann bereits im Jahr 1861. Auf dem Gebiet der DDR erfolgte er bis 1990 in fünf Gebieten: dem Werrarevier, dem Südharzrevier, dem Nordharzrevier, dem Unstrutrevier und dem Zielitzer Revier (seit 1970). Das Nordharzrevier und das Unstrutrevier gelten als weitgehend ausgebeutet. Mit zunehmender Förderung nahm die Qualität der geförderten Salze ab. Die Kalibetriebe verursachte auch starke Umweltschäden, vor allem durch die Einleitung von Kaliabwässern z.B. in die Werra. Mit der Herstellung von 3,2 Mio Tonnen K2O im Jahr 1989 stand die DDR aber an dritter Stelle im weltweiten Vergleich der Kalidüngemittelproduktion.

Die Gemeinde Völkershausen im Kalirevier nahe der heutigen thüringisch-hessischen Grenze stand am 13. März 1989 für einen Moment im Mittelpunkt der deutsch-deutschen Befindlichkeiten. Hier kam es zu einem Gebirgsschlag (eine Art Erdbeben), der zu Gebäudeschäden in mehreren Ortschaften führte und in Völkershausen fast 80% der Bebauung schädigte. Die Schuld wurde der Bundesrepublik angelastet.

Heute kann man in Merkers die alten Stollen per LKW befahren. Unter Tage geht es 20 km durch das Salz, das heute der K+S-Gruppe gehört. Das in Kassel ansässige Unternehmen Kali und Salz (K+S) fusionierte Anfang der 1990er Jahre mit der Mitteldeutschen Kali AG (MdK).

In der Sammlung haben wir einen Glasbehälter mit Kali- und Steinsalzen, die in den Salzlagerstätten der DDR vorkommen, u.a. Sylvinit, Carnallit (siehe Foto) sowie eine Broschüre über hohe „Magnesia-Kainit“-Erträge der VVB Kali und Salze (Halle/ Saale).

 

Feierabend für die erste Schicht im Betriebsteil "Ernst Thälmann" Merkers (Bundesarchiv, Bild 183-N0625-0020 / CC-BY-SA)

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