Geschichte

Lenin und seine Nachbetrachtung in der DDR

Obwohl Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt unter seinem Kampfnamen Lenin, bereits im Jahr 1924 verstarb, hatten vor allem seine marxistischen Theorien maßgeblichen Einfluss auf die DDR und ihre Entwicklung. von Jörn Kleinhardt (21.01.2016)

Obwohl Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt unter seinem Kampfnamen Lenin, bereits im Jahr 1924 verstarb, hatten vor allem seine marxistischen Theorien maßgeblichen Einfluss auf die DDR und ihre Entwicklung. Auch sein Konterfei wurde der DDR-Bevölkerung im Rahmen des üblichen Personenkults in vielfältiger Weise präsentiert.

Die Ideologie des „Marxismus-Leninismus“ war nach Stalins Definition „die durch Lenin weiterentwickelte Marx’sche Lehre unter den neuen Verhältnissen des Klassenkampfes in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolutionen“ und wurde auch in der DDR zum Pflichtfach für Studierende an allen Hochschulen des Landes. Für die Durchsetzung dieser staatlichen Vorgabe wurde eigens das „Institut  für Marxismus-Leninismus“ geschaffen. Das von Lenin entwickelte Führungs- und Organisationsprinzip des „Demokratischen Zentralismus“ wurde in der DDR unter Federführung der SED analog zum „Großen Bruder“ Sowjetunion, wie auch in den anderen osteuropäischen Ländern, angewandt. Zahlreiche Printartikel in unserer Objektsammlung thematisieren die Ideologie Lenins. So finden sich hochwertig in Leder gebundene Werke Lenins herausgegeben vom Dietz-Verlag Berlin neben Schulbüchern mit Abbildungen und Erklärungen zum Wirken des Staatsgründers der Sowjetunion. Abgerundet wird unser Bestand durch Lehrbücher zum Marxismus-Leninismus und zahlreiche Taschenbücher mit einzelnen Arbeiten des russischen Revolutionärs.

In der DDR gab es kaum eine größere Stadt die nicht eine Leninstraße, einen Leninplatz oder eine Leninallee sein eigen nannte. So haben wir in unserem Bestand auch ein Straßenschild der Leninallee in Berlin (heutzutage Landsberger Allee). Zusätzlich prägten zahlreiche Denkmale Lenins das Bild vieler Städte. Die meisten dieser Denkmale wurden nach der Wiedervereinigung abgebaut. Das ehemals am Leninplatz in Berlin (heutzutage Platz der Vereinten Nationen) beheimatete Lenindenkmal  von Nikolai Tomski, wurde im Jahr 1991 im Auftrag des Berliner Senats abgerissen und soll ab 2016, nach mehr als zwei Jahrzehnten, als Teil der geplanten Dauerausstellung „Enthüllt – Berlin und seine Denkmale“ in der Zitadelle Spandau der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Neben den Darstellungen im öffentlichen Raum gab es auch zahlreiche Devotionalien zum Thema. Dazu zählen verschiedene  Statuette und Büsten, Briefbeschwerer, Reliefs und  gedruckte Darstellungen der ideologischen Leitfigur Lenin. Aus unserem Bestand habe ich als Beispiel eine Statuette Lenins von der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF), ein Relief Lenins zusammen mit Karl Marx und Friedrich Engels, eine Medaille, einen Druck auf Leinen sowie einige Briefmarken der DSF für Sie herausgesucht.

Haben Sie auch noch Devotionalien zum Thema Lenin in Ihrem Besitz? Haben Sie Anekdoten zum Thema? Dann melden Sie sich bei uns!

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