Sammlung

Mauersegmente finden neue Heimat

Das DDR Museum "begrüßt" vier neue Mauersegmente in seiner Sammlung. Mehr Informationen zur Herkunft und zum Transport gibt es in diesem Artikel. von Praktikant (23.06.2017)

Über 28 Jahre lang teilte die Berliner Mauer Berlin. Sie war sowohl ein visueller, als auch emotionaler Teil des hermetischen Grenzsystems während der Teilung Deutschlands. Errichtet am 13. August 1961 hinterlässt Sie bis heute Spuren – subjektiv wie objektiv. Während die Überreste der Mauer mittlerweile verschwunden oder weitesgehend als touristische Attraktionen genutzt werden, wird für Zeitzeugen der Anblick stets durch Emotionen geprägt sein. 

Einer von ihnen ist Christian Bormann. Der Pankower spielte schon als Kind auf dem Mauerfriedhof in der Brehmstraße zwischen den zerlegten Wachtürmen. In seinem Blog „pankowerchronik“ illustriert der Fotograf und ehrenamtliche Historiker Ereignisse, Orte und historische Funde rund um den Bezirk Pankow. Im April diesen Jahres kam es zu einem ganz speziellen Fund: Auf einer Baustelle entdeckte Bormann an die 80 Mauersegmente. Da sein Interesse geweckt war, schließ er sich mit dem Bauunternehmen kurz und erfuhr, dass die Hamburger Firma den Wert der riesigen, aber unscheinbaren Betonsegmente bis dahin nicht erkannt hatte. Nach kurzer Aufklärung versicherte die Firma, dass keine weiteren Mauerstücke mehr zerstört werden sollen. 

Ein externer Interessent war Sören Marotz, ebenfalls Pankower und Ausstellungsleiter des DDR Museum. Nachdem er auf dem Heimweg an der Baustelle vorbei fuhr und die Betonstücke sah, keimte seine Vermutung, dass es sich dabei um Mauersegmente handeln könnte. Er nahm Kontakt zu dem Bauleiter auf und wurde wenig später zur Besichtigung geladen. Nach genauerer Untersuchung konnte der Technikhistoriker die Stücke anhand einiger typischer Kennzeichen identifizieren. Das DDR Museum besitzt zwar bereits zwei Mauersegmente, die zusätzlichen vier Segmente ergänzen die Sammlung jedoch äußerst sinnvoll. 

Einige Tage später war es dann soweit: Die vier ausgesuchten Segmente, die von einer Zeit erzählen, die so weit weg von der heutigen ist, wurden abgeholt und zum neuen Lagerort transportiert.

Text: Lisa Laubner

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