Museum

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Zwischen 1949 und 1989 verließen rund 4 Millionen Menschen die DDR in Richtung Bundesrepublik Deutschland, allein bis zum Bau der Mauer 1961 waren es 2.691.270 Menschen. 1,35 Millionen von diesen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager Marienfelde und durchliefen dort das Verfahren zur Aufenthaltsgenehmigung für die BRD und West-Berlin. von Admin (13.11.2013)

Zwischen 1949 und 1989 verließen rund 4 Millionen Menschen die DDR in Richtung Bundesrepublik Deutschland, allein bis zum Bau der Mauer 1961 waren es 2.691.270 Menschen. 1,35 Millionen von diesen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager Marienfelde und durchliefen dort das Verfahren zur Aufenthaltsgenehmigung für die BRD und West-Berlin. Das Notaufnahmelager Marienfelde wurde damit zur zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR und hatte bis 1961 als „Tor zur Freiheit“ hohen symbolischen Wert. Für die DDR  stellte es gleichermaßen ein „Feindobjekt“ dar. Nach dem Mauerbau wurden im Flüchtlingslager zusätzlich auch Aussiedler aus Polen und aus der ehemaligen Sowjetunion aufgenommen.

Kurz nachdem die Aufnahme von Flüchtlingen aus der DDR im Juli 1990 geendet hat, begannen Wissenschaftler, ehemalige Flüchtlinge und Mitarbeiter des Notaufnahmelagers damit, Dokumente, Bilder, Gegenstände und Informationen zusammenzutragen. Diese Initiative ermöglichte es, dass die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde bereits 1993 eröffnet werden konnte. Noch vor der Gründung des Vereins „Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde“ wurde die erste Ausstellung gezeigt. 10 Jahre später zeigte die Erinnerungsstätte die Fotoausstellung „Deutsch-deutsche Flucht: Fotografien aus Berliner Notaufnahme- und Flüchtlingslagern (1952-1990)“. 2003 bis 2005 wurde die erste Ausstellung komplett überarbeitet und durch die neue Ausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ ersetzt. Seit 2009 ist die Erinnerungsstätte Teil der „Stiftung Berliner Mauer“, der auch die Gedenkstätte Berliner Mauer angehört.

Die Ausstellung ist im ehemaligen Haupthaus des Notaufnahmelagers untergebracht und zeigt auf 450m² 900 Exponate und unter anderem auch eine original eingerichtete Flüchtlingswohnung. Dargestellt werden in den 7 Themenräumen neben den Fluchtmotiven und den verschiedenen Fluchtwegen in den Westen auch die Geschichte des Aufnahmelagers und der Alltag der Flüchtlinge dort. Ebenso wird auf die Rolle und den Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit im Notaufnahmelager eingegangen. Die Dauerausstellung wird regelmäßig durch Sonderausstellungen ergänzt. Im Moment wird zum Beispiel die Ausstellung „Ich war nie einer von euch! Der Künstler Rainer Bonar zwischen Ost und West“ vorbereitet, die am 28. November 2013  eröffnet werden wird.

Besucher der Erinnerungsstätte können immer sonntags um 15 Uhr an öffentlichen Führungen teilnehmen. Eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich. Ebenso gibt es öffentliche Kinderführungen einmal im Monat an einem Sonntag um 14 Uhr. Hierbei wird um Anmeldung gebeten. Neben öffentlichen Führungen bietet die Erinnerungsstätte auch Führungen für angemeldete Besuchergruppen und andere Bildungsangebote an. Unter anderem Zeitzeugengespräche, Projekttage, Informationsmappen für Lehrer und Fortbildungen.

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde kann zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden:

Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr; Montag geschlossen

Der Eintritt ist frei.

 

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