Sammlung

Durstlöscher für die Arbeit bei hohen Temperaturen: Contratherm – Hitzegetränk

Immer wieder befassen sich unsere Kollegen in der Sammlungsabteilung in ihrer täglichen Arbeit mit Gegenständen, die eine besondere Geschichte oder nicht-alltägliche Verwendungszwecke haben. Hierzu zählt auch die noch verschlossene 0,33l – Glasflasche „Contratherm-Hitzegetränk“. Die interessanten Hintergründe zu diesem Objekt erfahren Sie in diesem Text!
von Maria Bartholomäus (11.04.2016)

Die Sammlung des DDR Museum dokumentiert den Alltag in der DDR und besteht somit aus den verschiedensten Objekten aus sämtlichen Themengebieten. Immer wieder befassen sich unsere Kollegen in der Sammlungsabteilung in ihrer täglichen Arbeit mit Gegenständen, die eine besondere Geschichte oder nicht-alltägliche Verwendungszwecke haben. Hierzu zählt auch die noch verschlossene 0,33l – Glasflasche „Contratherm-Hitzegetränk“ mit der knallpinken Flüssigkeit. Die interessanten Hintergründe zu diesem Objekt erfahren Sie in diesem Text!

 

Mineralienausgleich

Das „Contratherm-Hitzegetränk“ ist, wie der Name schon suggeriert, ein Trank für sogenannte Hitzearbeiter. Hitzearbeit ist Arbeit, bei der es infolge kombinierter Belastung aus Hitze, körperlicher Arbeit und gegebenenfalls Bekleidung zu einer Erwärmung des Körpers und damit zu einem Anstieg der Körpertemperatur kommt (http://www.vdbw.de). Hitzearbeit findet beispielsweise in Küchen, Saunen, Bäckereien, Wäschereien, Schmieden, in Galvanikbetrieben oder an Hochöfen statt (http://www.ergo-online.de). Da der menschliche Körper die hohen Temperaturen mit zunehmender Schweißbildung ausgleicht, verliert der Körper dementsprechend vermehrt Flüssigkeit. Hier kommt nun das Hitzegetränk zum Einsatz: Durch seine besondere Zusammensetzung aus bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen wirkt es einem Mineralstoffmangel entgegen. Heutzutage werden derartige Getränke auch als „isotonisch“ bezeichnet. Nun erklärt sich auch der Name des Getränks: „Contra“ ist der lateinische Begriff für „gegen“, Therm das griechische Wort für „Hitze/heiss“.

 

Produziert in Berlin

Dem Etikett der Flasche ist weiterhin zu entnehmen, dass das Getränk im VEB Getränkekombinat Berlin PB Spreequell hergestellt wurde. Der Volkseigene Betrieb mit Sitz in Berlin vereinigte zu DDR-Zeiten Brauereien wie Schultheiß, Bärenquell, Engelhardt sowie Berliner Kindl und Berliner Bürgerbräu. Die Produktion von Erfrischungsgetränken hingegen wurde im Betrieb Spreequell realisiert. Zu den hier produzierten Erfrischungsgetränken zählten die beliebte und heute noch erhältliche „Club-Cola“, „Spreequell Mineralwasser“ oder die Limonade „Bitter Lemon“. Im Gegensatz zu diesen Produkten war das „Contratherm-Hitzegetränk“ jedoch nicht frei verkäuflich. Es wurde durch die entsprechenden Betriebe selbst an die Mitarbeiter abgegeben, die im Bereich der Hitzearbeit tätig waren. Erkennbar ist dies auch an der Aufschrift „unverkäuflich“ auf dem Etikett der Flasche. Spreequell wurde nach der deutschen Wiedervereinigung in eine GmbH umgewandelt und produziert seit Ende der 90er Jahre in Brandenburg.

 

Wer weiß mehr?

Das DDR Museum würde gern noch weiter zu diesem spannenden Objekt forschen. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen! Haben Sie in der DDR in einem Betrieb gearbeitet, in dem dieses Getränk an die Mitarbeiter verteilt wurde? Haben Sie es selbst regelmäßig konsumiert oder kennen Sie jemanden, der bei der Arbeit „Contratherm-Hitzegetränk“ getrunken hat? Dann wenden Sie sich gern an unsere Sammlungsmitarbeiterin Maria Bartholomäus: maria.bartholomaeus@ddr-museum.de oder unter 030 - 847123735.

Wir sind gespannt auf Ihre Geschichten und Erfahrungen!

 

 

 

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