Musikgeschichte

City - nicht nur „Am Fenster“

Der größte Erfolg von City ist zweifelsohne das Lied „Am Fenster“, das bis heute weltweit mehr als 10 Millionen Mal verkauft wurde. Ihre erste West-LP „City“ mit einer über 17 Minuten langen Version dieses Liedes brachte es übrigens bisher auf eine halbe Million verkaufter Exemplare. von Sören Marotz (27.01.2015)

Der größte Erfolg von City ist zweifelsohne das Lied „Am Fenster“, das bis heute weltweit mehr als 10 Millionen Mal verkauft wurde. Ihre erste West-LP „City“ mit einer über 17 Minuten langen Version dieses Liedes brachte es übrigens bisher auf eine halbe Million verkaufter Exemplare. In der DDR hieß die Platte „Am Fenster“ (siehe Foto). Der Text dieses Liedes basiert auf einem Gedicht von Hildegard Maria Rauchfuß, allerdings wurde eine Strophe von Toni Krahl irrtümlich zwei Mal gesungen.

Doch der Reihe nach. Wie kam es eigentlich zu Gründung von City: Während Klaus Selmke, der amtierende Musikredakteur und Vollblutmusiker in einer Person, noch dabei war, in seinem Kopf die Verhältnisse zu ordnen, tauchte im September 1971 Fritz Puppel in der Rundfunkkantine auf: “Kannst du dir vorstellen, daß wir zusammen Musik machen?”. Im Oktober fanden dann die ersten Proben im Probenstudio der Volksbühne am Marx-Engels-Platz und später im Köpenicker Artur-Becker-Club statt.

Am 3. Februar 1972 gab es den ersten City–Abend, umsonst übrigens, um die Probenmiete abzuarbeiten. Mit dabei waren: Fritz Puppel, Klaus Selmke, Ingo Doering, Klaus Witte, Frank Pfeifer und Andreas Pieper. “Wir haben natürlich nachgespielt: Santana, die Rolling Stones, Jimi Hendrix, ebenso Rockstandards.” Das erste richtige Konzert fand ungefähr ein Jahr später in Döbeln statt.

22. Dezember 1982. City in Suhl. Die Halle tobt, es läuft phantastisch. Keiner da unten weiß, daß er heute zum letzten “City”-Konzert gekommen ist, auch die Musiker selbst nicht. Nur einer ist sich sicher: Georgi Gogow. Sie sind aus getrennten Garderoben auf die Bühne gekommen und werden nach dem Konzert getrennt nach Hause fahren. Es ist kalt in jener Nacht, eisglatt, windig. Für die Rückfahrt brauchen sie fast dreizehn Stunden.

Auch untereinander herrschte Kälte. Kein Signal, keine Wärme mehr. Nur noch Lähmung, fast wie klinischer Tod. Die Seele schrumpft auf ein Minimum. Aus. Wie mag ihnen an diesem Abend wohl zumute gewesen sein? Ein letztes Mal “Am Fenster” in dieser Besetzung! “Einmal fassen, dieses bleibt für immer…” Noch mal weint die Geige, zum letzten Mal zu Puppels Gitarre und allen ist klar: “…ist nicht Rausch der schon die Nacht verjagt… ”. Das war natürlich nicht das Ende. 10 Jahre feierte die Band auch ohne Joro Gogow Riesenerfolge mit vielen Hits wie 1987 „Casablanca“ und über 1000 erfolgreichen Konzerten.

 

Text mit freundlicher Genehmigung vom City-Management. Wer gern lesen möchte wie es weiter ging: http://city-internet.de/biographie.

 

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