7353,315 steht für „sie esel“ - der Schul-Taschenrechner "SR1"

Sowohl in unserer Ausstellung, als auch in unseren Sammlungsbeständen findet sich ein nichtprogrammierbarer Gleitkomma-Taschenrechner Modell "SR1", in der Sammlung zusätzlich mit einem rotbraunen Kunstlederetui. "SR" steht für übrigens für Schul-Rechner. von Sören Marotz (09.01.2014)

Sowohl in unserer Ausstellung, als auch in unseren Sammlungsbeständen findet sich ein nichtprogrammierbarer Gleitkomma-Taschenrechner Modell "SR1", in der Sammlung zusätzlich mit einem rotbraunen Kunstlederetui. "SR" steht für übrigens für Schul-Rechner.

Wie kann der technische Fortschritt sich stärker Bahn brechen als beim Übergang vom mechanischen Rechenschieber, der in seiner Grundkonstruktion schon einige hundert Jahre alt ist, zum Taschenrechner. Bis zur Verbreitung des Taschenrechners waren die Rechenschieber für viele Berechnungen in Schule, Wissenschaft und Technik aber unentbehrlich. In der Erweiterten Oberschule wurde der SR1 zum Schuljahr 1984/85 und in der Polytechnischen Oberschule (ab Klasse 7) zum Schuljahr 1985/86 eingeführt. In der Bundesrepublik begann man schon um 1975 in den Schulen den elektronischen Taschenrechner anstelle des mechanischen Rechenschiebers einzusetzen.

Der SR1 wurde vom VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen entwickelt und hergestellt. Der Designentwurf von Gerhard Bieber und Hartmut Voigt stammt aus dem Jahr 1981. Jährlich wurden etwa 850.000 dieser Rechner hergestellt und zum Preis von 123 Mark gegen Vorlage eines Bezugsscheines an Schüler verkauft. Mit 800 Mark war der baugleiche Rechner MR 609 im freien Handel wesentlich teurer. Der SR1 wurde subventioniert.

Machen Sie sich doch mal den Spaß und geben die Zahl 7353,315 in Ihren Taschenrechner ein und drehen ihn dann auf den Kopf. Nun steht dort „sie esel“. Das waren die kleinen Spielereien, an die ich mich noch in Bezug auf den SR1 erinnere. Versuchen Sie es!

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