Das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst

Heute möchte ich Ihnen ein Museum vorstellen, das sich nicht ausschließlich mit der DDR-Geschichte befasst, sondern mit der deutsch-russischen Geschichte. Diese Geschichte ist gerade in Bezug auf die Gründung der DDR und das Bestehen zweier deutscher Staaten sehr interessant.
von Admin (08.07.2014)

Heute möchte ich Ihnen ein Museum vorstellen, das sich nicht ausschließlich mit der DDR-Geschichte befasst, sondern mit der deutsch-russischen Geschichte. Diese Geschichte ist gerade in Bezug auf die Gründung der DDR und das Bestehen zweier deutscher Staaten sehr interessant.

Das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst beleuchtet die wechselhaften deutsch-russischen Beziehungen von 1917 bis 1990, also bis zum Ende der DDR. Den Hauptbestandteil der Ausstellung bildet der Zweite Weltkrieg, vor allem der Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Aber nicht nur diese Phase der deutsch-russischen Geschichte wird beleuchtet, auch die sowjetische Besatzungsherrschaft im Osten Deutschlands, sowie die Beziehungen der Sowjetunion zur DDR bzw. zur Bundesrepublik Deutschland spielen eine wichtige Rolle.

Das Museum wurde an historischer Stelle eröffnet, denn hier erfolgte 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Nachdem das Areal nach dem Krieg vom sowjetischen Militär genutzt wurde, wurde 1967 das sowjetische Kapitulationsmuseum eröffnet, welches bis 1994 bestand. Ab 1995 wurde versucht, die Geschichte der beiden Staaten differenzierter zu betrachten. Das Ziel war Klischees und Vorurteile abzubauen. Deshalb werden neben den Opfern auch die politischen Hintergründe in beiden Staaten und die Verbrechen auf beiden Seiten dargestellt. Gerade für diejenigen, die sich auch für die Hintergründe der sowjetischen Besatzung in Deutschland und die damit verbundene Spaltung des Landes interessieren, ist die Dauerausstellung sehr zu empfehlen. Jedoch auch für DDR-Interessierte ist das Museum ein Besuch wert, denn die deutsch-russische Geschichte zu kennen, bedeutet wohl auch zumindest teilweise zu verstehen, wie es zur deutschen Teilung kam und nachzuvollziehen, wo die heute noch sicht- und spürbaren Unterschiede zwischen Ost und West Ihren Ursprung haben.

Neben der Dauerausstellung werden im Museum immer wieder wechselnde Sonderausstellungen gezeigt und es finden diverse Veranstaltungen, wie zum Beispiel Lesungen statt. Außerdem gibt es zahlreiche Publikationen aus dem Hause mit vielerlei Schwerpunkten. Eine neue Sonderausstellung zum Thema „Hinterlassenschaften. Eine Werkstattausstellung zum Abzug sowjetisch-russischer Truppen aus Deutschland 1991-1994“ wird ab Ende August zu sehen sein.

Neben kostenfreien öffentlichen Führungen immer sonntags um 15 Uhr bietet das Deutsch-Russische Museum auch Führungen für geschlossene Gruppen an, die im Voraus gebucht werden müssen. Neben diesem Angebot gibt es auch spezielle Bildungsangebote für Schulklassen, Lehrer sowie interessierte Erwachsene und Jugendliche. Über diese können Sie sich auf der Homepage des Museums informieren.

Geöffnet hat das Museum von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Bilder: Anagoria,  Prof.Quatermass

 

 

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