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Kultgefährt posthum - der Kleinroller Simson KR 51/1 „Schwalbe“

Nun ist er endlich da, unser Simson KR (KleinRoller) 51/1 „Schwalbe“, Baujahr 1979. Eigentlich ist er ja eine „sie“: die Schwalbe, weil niemand die Bezeichnung Simson KR 51/1 benutzte. von Sören Marotz (12.12.2013)

 

Nun ist er endlich da, unser Simson KR (KleinRoller) 51/1 „Schwalbe“, Baujahr 1979. Eigentlich ist er ja eine „sie“: die Schwalbe, weil niemand die Bezeichnung Simson KR 51/1 benutzte. Lange stand sie zusammen mit einer baugleichen Schwester bei uns im Museumsdepot, um jetzt in der Vorweihnachtszeit ihren lange geplanten Weg in die Ausstellung zu nehmen. Im DDR Museum steht sie nun auf einem ihr gebührenden Podest.

 

Ihre Sympathien gewann sie aber eigentlich erst nach der Deutschen Einheit, als sie zum Kultgefährt des Ostens avancierte. So mancher Westdeutsche dachte dabei, dem Stolz eines jeden DDR-Bürgers gegenüber zu stehen. Dabei war sie zu DDR-Zeiten oft nur die zweite Wahl. Jugendliche bevorzugten in der Regel die sportlicheren Mokick-Modelle der „Vogelserie“: den „Star“ und den „Habicht“ sowie später die Modelle S50 bzw. S51. Die Schwalbe war jedoch trotzdem mit insgesamt über einer Million gebauten Exemplaren in vielen Altersgruppen verbreitet und wurde auch als Dienstfahrzeug eingesetzt. In den 1980er Jahren bin ich noch selbst als „Telegrammkutscher“ mit einem Schwalbe-Exemplar der Deutschen Post unterwegs gewesen, mangels Alternative mit sogar mit einem heute begehrten Halbschalenhelm incl. Lederschirm.

 

Unsere Schwalbe, oft auch landläufig als „Moped“ bezeichnet, gehört zu den letzten gebauten Exemplaren mit dem gebläsegekühlten 3,6PS-Motor und hat noch ihren Originallack (zu erkennen u.a. am Aufkleber "Technisch Überprüft"). Mit ihrem Kilometerstand von 13.346km dürfte sie im normalen Bereiche der Nutzung liegen, erreichte eine Schwalbe im Originalzustand doch selten eine hohe Laufleistung. Oft wurde die einfache Konstruktion repariert, umgebaut, „frisiert“ oder später gänzlich restauriert. Komplett originale Modelle sind dementsprechend selten geworden.

 

Motorisierte Zweiräder mit einem Hubraum bis 50 cm³ und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h durften in der DDR bereits von 15jährigen gefahren werden, was maßgeblich zu ihrer Verbreitung beitrug. Der damalige Einzelhandelsverkaufspreis (EVP) unseres im IFA Kombinat VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann Suhl hergestellten Modells betrug übrigens 1265,- Mark der DDR.

Von Ulrike Schulz ist jüngst unter dem Titel „Simson - Vom unwahrscheinlichen Überleben eines Unternehmens 1856-1993“ auch ein Buch erschienen.

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