Gut verkleidet - die Centrum-Warenhaus-Fassade am Alex

Wo heute die „Galeria Kaufhof“ als Warenhaus der Metro AG am Alexanderplatz in Berlin-Mitte residiert, errichtete Anfang des 20. Jahrhunderts schon Hermann Tietz ein Kaufhaus. Einige werden sich sicherlich noch an den Namen „Hertie“ erinnern. von Sören Marotz (28.11.2013)

Wo heute die „Galeria Kaufhof“ als Warenhaus der Metro AG am Alexanderplatz in Berlin-Mitte residiert, errichtete Anfang des 20. Jahrhunderts schon Hermann Tietz ein Kaufhaus. Einige werden sich sicherlich noch an den Namen „Hertie“ erinnern.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt uns später abgerissen. Das heutige Gebäude wurde von 1967 bis 1970 als HO CENTRUM-Warenhaus am Alexanderplatz errichtet und hatte zu seiner Eröffnung eine Verkaufsfläche von 15.000 m². Es wurde von den Architekten Josef Kaiser und Günter Kunert entworfen und war von Anbeginn das größte Kaufhaus der DDR. Die CENTRUM-Warenhäuser waren bei den DDR-Bürgern sehr beliebt. 1980 wurden am Alex täglich 80.000 Kunden gezählt, ca. 2.000 Beschäftigte arbeiteten dort.

Das Warenhaus wurde ab Juni 2004 bis zu seiner Eröffnung als „Galeria Kaufhof“ am 24. Mai 2006 umfassend modernisiert und um etwa 25 Meter in Richtung Platzzentrum erweitert. Der Umbau erfolgte während des laufenden Verkaufsbetriebes. Es entstand damit eine der größten Kaufhof-Filialen Europas. Dafür wurde die aus weiß lackierten und verschraubten wabenähnlichen Aluminiumsegmenten bestehende Fassade komplett demontiert und durch eine Natursteinfassade aus Gauinger Travertin mit großen Glasflächen ersetzt. Die einzelnen 2,05 Meter langen Segmente wurden medienwirksam verkauft, so dass nicht nur das DDR-Museum ein Stück Volkseigentum erwerben konnte.

Die alte charakteristische Metall-Fassade, die bis dahin auch das Erscheinungsbild des gesamten Platzes geprägt hatte, war damit trotz umfangreicher Bemühungen zu ihrer Erhaltung Geschichte.

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