Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes e.V. - Das DDR Museum stellt sich vor

Im Mai 2017 feiert der Deutsche Museumsbund e.V. (DMB) sein 100-jähriges Bestehen. Als Mitgliedsmuseum bot das DDR Museum zum Thema „Geteiltes Land – geteilte Stadt – Leben in der DDR“ interessierten Gästen ein zweistündiges Programm an, bei dem sowohl die Ausstellung als auch die Arbeit der einzelnen wissenschaftlichen Abteilungen vorgestellt wurden. Eine wertvolle Gelegenheit für Museumsfachleute aus ganz Deutschland, die konzeptionelle Arbeit des DDR Museum näher kennen zu lernen. von Maria Bartholomäus (08.05.2017)

 

In diesem Monat feiert der Deutsche Museumsbund e.V. (DMB) sein 100-jähriges Bestehen. Vom 7. - 10.Mai 2017 findet die Jahrestagung in Berlin statt, bei der Fachleute aus den verschiedenen Museumssparten wie Forschung, Ausstellung, Pädagogik oder Sammlung in zahlreichen Vorträgen und Workshops aktuelle Themen der deutschen Museumswelt diskutieren. Unter den zentralen Themen sind nach wie vor die Einbeziehung des digitalen Raums sowie die Ermöglichung von Partizipation für verschiedene Zielgruppen. Mit über 900 Mitgliedsmuseen setzt sich der Verein für eine vielfältige und zukunftsfähige Museumslandschaft sowie für die Interessen der Museen und deren Mitarbeiter/innen ein.

Am gestrigen Sonntag begann die Jahrestagung des DMB mit einem breiten Exkursionsangebot in verschiedene Berliner Museen. Als Mitgliedsmuseum bot das DDR Museum zum Thema „Geteiltes Land – geteilte Stadt – Leben in der DDR“ interessierten Gästen ein zwei-stündiges Programm an, bei dem sowohl die Ausstellung als auch die Arbeit der einzelnen wissenschaftlichen Abteilungen vorgestellt wurden. Nach einer Kurzführung mit Dr. Stefan Wolle (Wissenschaftlicher Leiter) und Sören Marotz (Ausstellungsleiter) durch das Museum fanden sich die Exkursionsteilnehmer mit Mitarbeiter/innen aus den Bereichen Pädagogik, Social Media, Ausstellungsgestaltung, Sammlung sowie Wissenschaftliche Leitung  zu einer Diskussionsrunde zusammen. Insbesondere für Fachleute aus Einrichtungen außerhalb Berlins war dies eine wertvolle Gelegenheit, die konzeptionelle Arbeit des DDR Museum näher kennen zu lernen.

Im Fokus des Gesprächs stand insbesondere der interaktive Ansatz unserer Ausstellung, der seit Eröffnung das zentrale Alleinstellungsmerkmal des Museums darstellt. Unser Wissenschaftlicher Leiter Dr. Stefan Wolle berichtete von der turbulenten Anfangszeit 2006, in der sich dieses Konzept erst einmal bewähren musste und auch nicht wenig Kritik und Skepsis von bereits etablierten Einrichtungen laut wurde. Dass dies sich jedoch als unbegründet erwies, erläuterte Elke Sieber, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und verantwortlich für die pädagogischen Angebote unseres Hauses. Der Ansatz, Wissen auf einer emotionalen Ebene zu vermitteln, führt nachweislich zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Thematik, was insbesondere bei unseren vielen jungen und internationalen Besuchern ein großer Erfolg der Vermittlungsarbeit ist. Ebenso wertvoll sind individuell konzipierte Führungsangebote für verschiedene Altersgruppen sowie Zeitzeugengespräche, die das DDR Museum auch auf Englisch und Französisch anbietet.

Das sich durch alle Ausstellungsteile ziehende Hands-On-Prinzip stellt auch für Maria Bartholomäus, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Sammlung, eine Herausforderung dar. Das Spannungsverhältnis zwischen der Unberührbarkeit des originalen Objekts einerseits und dem eindrucksvollen multisensorischen Erlebnis des Besuchers andererseits wird gelöst, indem das Sammlungskonzept unterschiedliche Sammlungsschwerpunkte festlegt: Das klassische museale Sammeln, bei dem Kriterien wie Herkunft, Objektgeschichte und historischer Wert eine Rolle spielen, sowie das Sammeln von Objekten für den direkten Besucherkontakt in der Ausstellung auf der anderen. Social Media Manager Michael Geithner ging außerdem auf die zentrale Bedeutung der Verbindung vom originalen Objekt mit der interaktiven Technik ein. Der gezielte Einsatz von spielerischen Elementen bietet Besuchern unterschiedlicher Herkunft und Altersgruppe die Möglichkeit, sich Inhalte aktiv in der Ausstellung zu erarbeiten.

 

Wir bedanken uns für das Interesse der zahlreichen Teilnehmer und den regen fachlichen Austausch!

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