Reisen

Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst

Die Ostseeinseln waren für DDR-Bürger ein besonders beliebtes und viel genutztes Reiseziel, weil man von allem etwas hatte – Baden, Wandern, Sport und Kultur. Im heutigen Beitrag stelle ich Ihnen die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vor, die zwischen Rostock und Stralsund liegt. von Esra Kurtoglu (11.02.2016)

Die Halbinsel hat sich in der DDR zu einem bevorzugten Erholungsgebiet entwickelt und stand bei immer mehr Bürgern als Reiseziel an erster Stelle. Die Vermittlung erfolgte durch den Feriendienst der Gewerkschaften und durch das Reisebüro. Auch immer mehr Kinderferienlager und Campingplätze wurden mit der Zeit geschaffen, so zum Beispiel in Prerow, Born, Wieck, Pruchten und Fühlendorf. Einige Leser haben Ahrenshoop bestimmt noch in guter Erinnerung. Warum es dort so viele Urlaubs- und Erholungsbedürftige hinzog? Das kläre ich gern einmal auf:

Im Sommer dem alltäglichen Trott der Stadt entfliehen, am Strand liegen und baden gehen. Das gefällt wahrscheinlich jedem, aber allerseits beliebt war die Freikörperkultur, die auch im Urlaub gelebt werden konnte. In diesem Sinne war das Gebiet nördlich von Ahrenshoop einer der am stärksten besuchten FKK-Strände der Ostseeküste.

Beim Wandern genießen die sportlich Gesinnten die Natur und können sich ausgiebig bewegen. Ein Wanderweg wurde in einem Reiseführer besonders angepriesen: Der Wanderweg zum Ahrenshooper Holz begann an der Bushaltestelle Ahrenshoop-Mitte und führte die Dorfstraße Richtung Prerow bis hin zu den Dünen und schließlich bis zum Eingang „Ahrenshooper Holz“, wo es einen wunderbaren, breiten Weg zwischen Buchen, Eichen und Birken gab.

Nach 1880 wurde Ahrenshoop nicht nur als Badeort, sondern auch als Malerkolonie bekannt und war für Kunst- und Kulturliebhaber ein spannendes Ausflugsziel. Im Kunstkaten gab es das ganze Jahr über verschiedenste Ausstellungen zu sehen und gern aufgesucht wurde das Kunstgewerbegeschäft „Bunte Stube“. Die Ahrenshooper Kirche wurde von ortsansässigen Handwerkern mit heimischem Material errichtet und ist wegen der feinen Arbeiten einer Bildhauerin viel besucht. Das „Tonnenabschlagen“ war ein traditionelles Heimatfest, welches zahlreiche Besucher anzog. Während der Badesaison gab es ein vielfältiges, kulturelles Angebot, wie Tanzveranstaltungen, Filmvorführungen, Konzerte und Lichtbildervorträge – für jedermann war etwas dabei.

Heute wird die Halbinsel immer noch gerne besucht. Allerdings liegt der Fokus nicht mehr hauptsächlich auf dem FKK-Baden, sondern darauf, am Strand zu liegen, sich zu sonnen und baden zu gehen. Es gibt nur ein größeres Hotel in Prerow, dafür zahlreiche Ferienwohnungen- und Häuser, Campingplätze, kleine Hotels und Pensionen. Wandern geht man entlang am Westrand, ein Rundwanderweg führt zum Teil auf Holzbohlen über Kiefernwald, Schilfgebiete und Dünen durch den Darßer Ort.

 

Zur Recherche wurden folgende Quellen herangezogen:

Reiseführer DDR, VEB Tourist Verlag, Berlin/Leipzig, 1990

Wanderatlas Fischland Darß, VEB Tourist Verlag, Berlin/Leipzig, 1978

FKK Zwischen Ostsee und Vogtland, VEB Tourist Verlag, Berlin/Leipzig, 1987

http://www.fischland-darss-zingst.de/

 

 

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