Vom Gegenstand zur Musealie – der Weg eines Objekts in die Sammlung des DDR Museum

Eine der Kernaufgaben eines Museums ist die Pflege und Erweiterung der eigenen Sammlung entsprechend eines Sammlungskonzepts. Im DDR Museum geschieht dies zu einem großen Teil über die Annahme von gespendeten Objekten. Die Besucher können entweder ihre zu spendenden Dinge im Eingangsbereich des Museums abgeben oder einen der Mitarbeiter der Sammlungsabteilung kontaktieren. So lässt sich vorab klären, ob das Objekt zum Sammlungskonzept passt bzw. die Sammlung sinnvoll ergänzen kann.
von Maria Bartholomäus (26.10.2015)

Eine der Kernaufgaben eines Museums ist die Pflege und Erweiterung der eigenen Sammlung entsprechend eines Sammlungskonzepts. Im DDR Museum geschieht dies zu einem großen Teil über die Annahme von gespendeten Objekten. Die Besucher können entweder ihre zu spendenden Dinge im Eingangsbereich des Museums abgeben oder einen der Mitarbeiter der Sammlungsabteilung kontaktieren. So lässt sich vorab klären, ob das Objekt zum Sammlungskonzept passt bzw. die Sammlung sinnvoll ergänzen kann.

Nachdem die Spende in der Sammlungsabteilung eingetroffen ist, erfolgt zunächst eine genaue Prüfung des Objektzustands. Der Gegenstand wird auf mögliche Schäden (Gebrauchsspuren, bei Textilien Insektenfraß, Wasserschäden, technische Defekte, etc.) geprüft und es wird festgestellt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Objekt dauerhaft in die Sammlung überführen zu können. Nach dieser ersten Überprüfung wird der Gegenstand fotografisch dokumentiert. Hierfür verfügt die Sammlungsabteilung über eine entsprechende Fotoanlage mit der notwendigen Ausstattung und Bearbeitungssoftware.

Nach der optischen Erfassung erfolgt die inhaltliche. Dafür wird in unserer Objektdatenbank ein Datensatz angelegt, dessen Zweck es ist, so viele Informationen wie möglich zum jeweiligen Objekt zu sammeln. Neben Inventarnummer, Angaben zu Objektmaßen, Spenderdaten, Gewicht und Zustand wird das Objekt auch verschiedenen Themengebieten (Arbeit, Grenze, Politik, Mode, Küche, Erziehung, etc.) sowie Sammlungsbereichen (Hausrat, Dokumente, Fotografie, Textilien, Bilder, Lebensmittel, etc.) zugeordnet. Diese Klassifizierung dient der inhaltlichen Einordnung und hilft bei der Suche nach Objekten in der Objektdatenbank. Der Datensatz enthält schließlich auch die zuvor angefertigten Fotos. Ab diesem Zeitpunkt ist der gespendete Gegenstand zu einer Musealie geworden.

Als nächster Schritt erfolgt die archivgemäße Verpackung des Objekts. Je nach Größe, Gewicht und Material kommen hier verschiedene Lösungen zum Einsatz, sodass unsere Schätze bestmöglich vor Lichteinstrahlung, Temperaturschwankungen und physikalischen Einwirkungen geschützt sind. Schließlich wird eine Sammlung nicht nur für einige Jahre, sondern für einen sehr langen Zeitraum bzw. viele folgende Generationen angelegt – dementsprechend hohe Anforderungen werden auch an die Lagerung der Sammlung gestellt. Der Standort im Museumsdepot wird mithilfe eines Standortverzeichnungssystems festgehalten, welches mit unserer Datenbank vernetzt ist. So ist jedes Objekt problemlos wieder auffindbar.

Das Museumsdepot ist schließlich noch lange nicht die „Endhaltestelle“ für unsere Objekte. Immer wieder besteht der Bedarf, die eine oder andere Musealie aus dem Depot hervor zu holen. Mögliche Nutzungsarten sind neben der Ausstellung auch die Forschung sowie die Nutzung einzelner Objekte als Leihgabe für andere kulturelle Institutionen.

Den Datensatz zu unserem Spielzeugherd "Brutzelette" finden Sie hier! Kennen Sie dieses Spielzeug vielleicht noch aus Ihrer Kindheit?

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