Geschichte

Verwaltungsreformen und Kollektivierung der Landwirtschaft in der jungen DDR

Auf Anordnung der sowjetischen Besatzer wurden im Ostteil Deutschlands nach Ende des Zweiten Weltkrieges die fünf Länder Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gebildet. Der in der Vorkriegszeit weite Landstriche Deutschlands umfassende Freistaat Preußen wurde auf Anordnung der alliierten Siegermächte (Kontrollratsgesetz Nr. 46)  aufgelöst. Nach Auffassung der Siegermächte war dies ein wesentlicher Bestandteil zur Demokratisierung Deutschlands.
von Jörn Kleinhardt (23.07.2015)

Auf Anordnung der sowjetischen Besatzer wurden im Ostteil Deutschlands nach Ende des Zweiten Weltkrieges die fünf Länder Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gebildet. Der in der Vorkriegszeit weite Landstriche Deutschlands umfassende Freistaat Preußen wurde auf Anordnung der alliierten Siegermächte (Kontrollratsgesetz Nr. 46)  aufgelöst. Nach Auffassung der Siegermächte war dies ein wesentlicher Bestandteil zur Demokratisierung Deutschlands.

Nach Gründung der DDR im Jahr 1949 wurden die fünf zuvor gebildeten Verwaltungseinheiten vorerst aufrechterhalten.  Im Jahr 1952 proklamierte die SED den Aufbau des Sozialismus in der jungen DDR. Der Staatsaufbau sollte nach sowjetischem Vorbild umgestaltet werden. Dazu war es nach Auffassung der Machthaber notwendig, die fünf Länder weiter aufzusplittern, da man bei solch großen Verwaltungseinheiten zu viel Unabhängigkeit der örtlichen Behörden vermeiden wollte.  So entstanden aus den fünf Ländern insgesamt 14 Bezirke. Beginnend von Norden gliederte sich das Land Mecklenburg in die drei Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg. Die Mitte der DDR bestehend aus den ehemaligen Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurde im Zuge der Reform zu den sechs Bezirken Magdeburg, Halle, Potsdam, Cottbus, Frankfurt/Oder und Erfurt. Letzterem Bezirk wurde jedoch auch ein Teil des ehemaligen Thüringens zugeschlagen. Die südlichen Länder Thüringen und Sachsen wurden in die Bezirke Suhl, Gera, Leipzig, Karl Marx Stadt und Dresden umgewandelt. Ost-Berlin hatte durch die alliierte Besatzung einen Sonderstatus, wurde jedoch von DDR-Seite wie ein Bezirk behandelt.

In unserer Sammlung befindet sich eine Karte aus Plastik, welche die vierzehn Bezirke der DDR mit zugehörigen Wappen aufzeigt. Besonders interessant ist die reliefartige Darstellung der Oberflächen und Erhebungen auf dem Staatsgebiet. Hersteller der Karte war der VEB Kombinat Geodäsie und Kartographie.

Das Jahr 1952 war nicht nur aufgrund der Verwaltungsreform entscheidend. Im selben Zeitraum wurde auch die Kollektivierung der landwirtschaftlichen Nutzflächen vorangetrieben. Auch hier dienten die sowjetischen Kolchosen als Vorbild für die in der DDR typischen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG). Unter dem Slogan „Junkernland wird Bauernland“ wurde eine Zusammenfassung der Produktionsflächen vorangetrieben. Viele Landwirte wurden unter Zwang dazu gedrängt, sich den LPGs anzuschließen. Im Sommer des Jahres 1960 galt die Kollektivierung als abgeschlossen.

Zahlreiche Plakate aus dieser Zeit liegen uns vor und stehen sinnbildlich für die Entwicklung in den Anfangsjahren der DDR. Parolen wie „Dem Sozialismus gehört die Zukunft“ und „Wir werden besser Leben durch unseren Plan“ entsprechen dem gängigen Sprachgebrauch der damaligen Zeit. Die gedruckten Grafiken entsprechen überwiegend dem Stil des „Sozialistischen Realismus“.

Haben Sie auch noch Zeugnisse aus diesem Zeitraum, die Sie uns gerne spenden würden? Dann freue ich mich auf Ihren Anruf oder eine E-Mail.

 

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