Sammlung

Pentacon Kamera- und Optiktradition aus Sachsen

Die optische Industrie hat in Sachsen eine lange Tradition. Firmen wie Zeiss Ikon, Welta, Altissa, oder Aspectar setzten seit Jahrzehnten auf diesen Standort und sorgten mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen für den guten Ruf der sächsischen Kameraindustrie. von Jörn Kleinhardt (27.10.2016)

Die optische Industrie hat in Sachsen eine lange Tradition. Firmen wie Zeiss Ikon, Welta, Altissa, oder Aspectar setzten seit Jahrzehnten auf diesen Standort und sorgten mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen für den guten Ruf der sächsischen Kameraindustrie. Vor allem der Standort Dresden profitierte, drei der vier zuvor genannten Firmen stammten aus der sächsischen Großstadt.

In den 1950er Jahren, genauer im Jahr 1959, wurden die oben genannten Traditionsfirmen unter dem Namen VEB Kamera- und Kinowerke Dresden zusammengefasst. Der neu entstandene Großbetrieb produzierte weiterhin die Kameras unter ihren Markennamen wie die „Contax“,  „Welta“, „Altissa“, „Reflekta“, „Belfoca“ oder Diaprojektoren wie den „Filius“ oder „Filmosto“.

Ein paar Jahre später erfolgte die Umbenennung des Großbetriebs. Statt dem VEB Kamera- und Kinowerke Dresden lautete der Name nun VEB Pentacon Dresden. Der Name Pentacon leitet sich aus dem Kameranamen Contax und dem griechischen Wort Pentagon (Fünfeck) ab. Als Firmenlogo diente die Silhouette des Ernemannturms, einem markantem Industriegebäude und Produktionsstandort der optischen Industrie in Dresden-Striesen.

Im Jahr 1968 wurde der VEB dann zum Kombinat VEB Pentacon Dresden umstrukturiert. Mit dem VEB Feinoptisches Werk Görlitz(Meyer Optik Görlitz, Hersteller von Optiken für Fotokameras) und dem VEB Ihagee Kamerawerk Dresden (Hersteller von Kameras z.B. „Exa“ oder „Exakta“) wurden zwei weitere traditionsreiche, sächsische Unternehmen in die Strukturen des neu geschaffenen Kombinats integriert.

Die stetige Vergrößerung, Bündelung fachlicher Expertise und Konzentration der Produktionskapazitäten des Pentacon Kombinats, führte im Jahr 1980 zur Eingliederung des VEB Kamerawerke Freital (vormals Kamera Fabrik Woldemar Beier, Hersteller der „beirette“ Kameras). Im Jahr 1985 wurde das gesamte Kombinat Pentacon Dresden, dem anderen optisch-feinmechanischen Großkombinat der DDR, dem Kombinat VEB Carl Zeiss Jena angegliedert.

Mit dem politischen Umbruch der Jahre 1989 und 1990 wurde es schwierig für das fotooptische Großkombinat. Die Pentacon GmbH wurde zum 1. Juli 1990 gegründet. Tags zuvor wurde Pentacon aus dem Kombinat Carl Zeiss Jena ausgegliedert. Wenige Monate später, am 2. Oktober 1990 (dem letzten Tag des Bestehens der DDR)  wurde das neu gegründete Unternehmen aufgrund existenzieller Schwierigkeiten durch die Treuhandanstalt liquidiert.

Die Produktpalette des Pentacon Kombinats war sehr vielfältig. Neben klassischen Fotoapparaten wie der „Penti“, „beirette“, „EXA“ oder „Praktica“ wurden auch Diaprojektoren wie der „Filius“ oder „Aspectar“ produziert. Zusätzlich wurden Optiken für Kameras, Diabetrachter und Zubehörteile wie Diamagazine produziert.

Mehr zum Thema