Das museale Objekt und seine Geschichte(n) – angehende Museologen erforschen Sammlungsbestände des DDR Museum

Im Rahmen des Kooperationsprojekts zwischen dem DDR Museum und der HTW Berlin erschließen Studierende im 2. Semester der Museumskunde im Laufe eines Semesters bereits zum zweiten Mal ausgewählte Objekte aus dem vielfältigen Bestand des DDR Museum. von Maria Bartholomäus (24.04.2017)

Bereits zum Herbstsemester 2015 entstand gemeinsam mit der Sammlungsabteilung unseres Museums und DozentInnen des Studiengangs Museumskunde an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin die Idee zu einer langfristigen Zusammenarbeit und somit zu Erweiterung der Vernetzung von Kultureinrichtungen und Bildungsinstitutionen in Berlin.

So erhielten die Studierenden im Wintersemester 2015/16 verschiedene Objekte aus unserem Bestand, anhand derer sie mit Unterstützung der Lehrkräfte das Handwerk der Inventarisierung, also der Erforschung und Erschließung von Objekten, erlernen konnten.

Im Fachgebiet Inventarisierung und Dokumentation lernt man die musealen Objekte zu „lesen“. Hierbei ist neben der genauen Erfassung der äußeren Merkmale eines Objekts wie Maße und Material (intrinsische Daten) ganz besonders die Dokumentation aller Informationen wichtig, welche bezüglich des jeweiligen Artefakts relevant sind – also Angaben zu Herkunft, die ursprüngliche Verwendung oder zum Vorbesitzer (extrinsische Daten). Die Studierenden lernen, Kulturgut so zu erschließen, dass eine möglichst umfassende Dokumentation für die Nachwelt erhalten bleibt. Dies wiederum ist unerlässlich für eine korrekte und tiefgehende Vermittlung von historischen Fakten im Rahmen einer Ausstellung.

Ebenso fanden im Rahmen der Fachgebiete Besucherforschung und Besucherservice Befragungen unserer Gäste sowie Evaluierungen der Dauerausstellung statt. Die Forschungsergebnisse der Studierenden gewährten dem DDR Museum eine sehr wertvolle Perspektive auf die eigene Arbeit und deckten das Potenzial auf, verschiedene Aspekte im eigenen Haus zu optimieren um so ein noch besseres Besuchserlebnis bieten zu können.

 

Das Kooperationsprojekt geht nun in diesem Jahr in die zweite Runde: Zu Beginn des Semesters im April 2017 konnten die Studierenden gemeinsam mit Prof. Dr. Susanne Kähler die Ausstellung des DDR Museum kennen lernen. Einblicke in die Ausstellungsgestaltung gewährte unser Ausstellungsleiter Sören Marotz und unser Sammlungsleiter Jörn Kleinhardt informierte unsere Gäste über die Struktur und Ausrichtung unserer Sammlung. Ab dieser Woche werden die ausgewählten Sammlungsbestände im Unterricht genauestens von den angehenden Museologen unter die Lupe genommen.

Selbstverständlich werden die Forschungsergebnisse, die die Studierenden im Laufe des Sommersemesters 2017 zusammen tragen, auch gesammelt und fließen in die Objektdokumentation der Sammlungsabteilung mit ein.

 

Als Abschluss des Projekts findet am 27.06.2017 eine Abendveranstaltung im Besucherzentrum des DDR Museum statt, bei der die Studierenden die Objekte und ihre Recherchen vorstellen. Die zukünftigen Spezialisten geben dabei Einblick in die spannende Arbeit eines Museologen. Die Veranstaltung ist kostenfrei, jeder ist herzlich willkommen!

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