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Lutherstadt Wittenberg

Im Osten Sachen-Anhalts im Landkreis Wittenberg liegt die Lutherstadt Wittenberg, wie sie seit 1938 amtlich heißt. Bis dato nannte die Stadt sich Wittenberg. Im 16. Jahrhundert wurde Lutherstadt Wittenberg zu einem der wichtigsten deutschen Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen. von Esra Kurtoglu (02.06.2017)

Über das verlängerte Himmelfahrt-Wochenende fand der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag statt, der sowohl in Berlin als auch in Lutherstadt Wittenberg groß gefeiert wurde. Der Sonntag endete mit einem großen Open-Air-Festgottesdienst, zu dem 120.000 Besucher in die Stadt kamen. Den Namen „Lutherstadt“ erhielt Wittenberg durch Martin Luther, der die Stadt stark prägte. Luther kam 1508 in die Stadt, um dort sein Theologiestudium an der Leucorea Universität zu beginnen.

 

Im ehemaligen Wohnhaus Martin Luthers befindet sich heute das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt: das Lutherhaus. Im Jahr 1504 wurde das Lutherhaus als Augustinerkloster errichtet und war als „Schwarzes Kloster“ bekannt, in dem auch Luther ab 1508 als Mönch lebte. Den Namen trug das Kloster aufgrund der Kuttenfarbe der Augustinermönche. Während der Reformation wurde es aufgelöst und 1532 Luther überschrieben, der dort mit seiner Familie und seiner Frau Katharina von Bora lebte. Nach Luthers Tod übernahm die Universität das Haus und nutze es als Stipendiatenhaus. 1580 erbaute man das Vorderhaus, das in Erinnerung an den Förderer der Universität August I. von Sachsen als Augusteum benannt wurde. Bis 1937 befand sich im Erdgeschoss eine Lutherschule. Heute beherbergt das Haus die Dauerausstellung über Martin Luthers Leben und die Veränderungen zur Zeit der Reformation.

Das Melanchthonhaus gilt als eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt und wurde 1536 für den Humanisten und Reformator Philipp Melanchthon und seine Familie im Stil der Renaissance erbaut. Im Jahr 2013 wurde auf dem Nachbargrundstück ein Neubau eröffnet, der auf einer Ausstellungsfläche von 600 m² mit seiner Dauerausstellung „Philipp Melanchthon – Leben – Werk – Wirkung“ über die Lebensverhältnisse und den Alltag Melanchthons und seiner Familie informiert. Das Melanchthonhaus selbst erinnert mit Illustrationen und nachempfundenen Alltagsobjekten an das Baudenkmal.

Die Stadtkirche St. Marien ist vor allem so bekannt, da Martin Luther hier einst predigte. Seine Kanzel ist bis heute erhalten und steht als Leihgabe im Lutherhaus. Den Reformationsaltar entwarf der bedeutende Maler Lucas Cranach der Ältere, das kunstvoll dekorierte Taufbecken stammt von dem Maler und Bildhauer Hermann Vischer. Es ist das älteste Stück der Kirche.

Im Jahr 1506 wurde auf den Grundsteinen des ehemaligen Schlosses des Kurfürsten von Sachsen die Schlosskirche errichtet. Berühmt ist sie für die 95 Thesen, die Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür schlug. In der Kirche können Sie das Grab Martin Luthers und die letzte Ruhestätte des Reformators Philipp Melanchthon besichtigen.

Seit 1996 gehören alle vier aufgezählten Sehenswürdigkeiten zum UNESCO-Welterbe.

 

Ein Ausflug nach Wörlitz zum Gartenreich Dessau-Wörlitz ist sehr zu empfehlen – es erwartet Sie ein wunderschöner Landschaftsgarten, der Ende des 18. Jahrhunderts angelegt wurde. In Europa war er einer der frühesten und bedeutendsten Landschaftsgärten im englischen Stil. Angelegt wurde der Garten von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817), der eine harmonische Verbindung von Mensch und Natur anstrebte. Das gesamte Gartenreich besteht aus fünf Gartenanlagen auf insgesamt 112 ha Fläche, die um den Wörlitzer See liegen.

 

Literaturquellen:

  • Bruno Benthien (Hg.): „Reiseführer DDR“. 1. Auflage. Berlin/Leipzig: VEB Tourist Verlag, 1990. S. 204-207.
  • Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg (Hg.): „Lutherstadt Wittenberg. Tourist-Information“. URL: https://lutherstadt-wittenberg.de/ (Stand: 29.05.2017)

Bildquelle:

  • Bruno Benthien (Hg.): „Reiseführer DDR“. 1. Auflage. Berlin/Leipzig: VEB Tourist Verlag, 1990. S. 206.

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