DDR-Geschichte

Die Schulpost, Frösi, ABC-Zeitung, Bummi und Atze

Kinderzeitschriften gehörten in der DDR zum Alltag in vielen Familien. Sie unterschieden sich jedoch stark in der Aufmachung und dem Inhalt, jeweils abgestimmt auf die entsprechende Zielgruppe. von Jörn Kleinhardt (25.08.2016)

Kinderzeitschriften gehörten in der DDR zum Alltag in vielen Familien. Sie unterschieden sich jedoch stark in der Aufmachung und dem Inhalt, jeweils abgestimmt auf die entsprechende Zielgruppe. Die ersten Formate wie die „ABC Zeitung“ oder „Die Schulpost“ wurden bereits im Jahr 1946, noch in der SBZ, auf den Markt gebracht.

Die „ABC Zeitung“ als älteste Kinderzeitschrift der DDR richtete sich als Propagandainstrument des Zentralrats der FDJ an Schüler und Pioniere der Klassenstufen eins bis drei. Verlegt wurde die monatlich erscheinende Zeitschrift im Verlag Junge Welt, die Auflage betrug zu Spitzenzeiten 885.000 Exemplare. Seit den 1960er Jahren waren die beiden niedlichen Kugelmännchen „Rolli“ und „Flitzi“ Bestandteil jeder Ausgabe.

Die ebenfalls ab Sommer 1946 erscheinende Zeitschrift „Die Schulpost“ richtete sich an ältere Kinder und Jugendliche. So wurden vor allem Beiträge mit naturwissenschaftlichen Themen, Literaturtipps und Berichte zum allgemeinen Weltgeschehen abgedruckt.  Anfangs wurde die Zeitschrift von der „Volk und Wissen Verlags GmbH“ herausgegeben, ab 1950 verlegte der Zentralrat der FDJ das Heft. Mit Erscheinen der „FRÖSI“ wurden die Bereiche Literatur und Naturwissenschaft weiter hervorgehoben. Im Jahr 1958 erfolgte die Umbenennung des Heftes in „Rakete“, fünf Jahre später wurde „Rakete“ in das Magazin „Technikus“ umgewandelt.

Im Jahr 1953 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift „Fröhlich sein und Singen“ (Kurzform FRÖSI). Das Magazin richtete sich an Angehörige der Pionierorganisation und enthielt eine bunte Mischung an Themen. Neben der üblichen Propaganda gab es Basteltipps, Beiträge aus Natur, Wissenschaft und Technik  sowie zahlreiche Bildgeschichten mit wiederkehrenden Figuren wie Kundi, Korbine Früchtchen, Korbian Stengel, Atomino, dem roten Elefanten Emmy oder Käptn Lütt. Publiziert wurde das Magazin im Verlag Junge Welt, die Maximalauflage betrug 600.000 Exemplare.

Die kleinformatige Zeitschrift „Atze“ erschien ab 1955 und enthielt propagandistische Bildergeschichten zu Themen wie der Oktoberrevolution, dem kommunistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus oder Partisanengeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg. Seltener wurden auch historische Themen wie beispielweise die Entdeckungsreisen des Christopher Kolumbus veröffentlicht. Eine gewisse Popularität erreichten die unpolitischen Bildergeschichten von „Fix und Fax“ sowie „Pats Reiseabenteuer“. Herausgegeben wurde die „Atze“ vom Zentralrat der FDJ, die Auflage betrug maximal 550.000 Exemplare monatlich.

Ab 1957 erschien die Zeitschrift „Bummi“ für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Die markante Titelfigur war das aufrecht gehende gelbe Bärchen „Bummi“. Die Zeitschrift enthielt kindgerechte Bildgeschichten oftmals mit der Titelfigur. Beliebt waren besonders die „Bummi“ Sammelbände im Hardcover Einband. Sie enthielten jeweils die Ausgaben eines kompletten Kalenderjahres. Publiziert wurde die kleine  und bunte Zeitschrift vom Verlag Junge Welt und dem Zentralrat der FDJ, die maximale Auflage betrug 736.300 Exemplare.

Mit der politischen Wende und der deutschen Wiedervereinigung verschwanden die bunten Kinderzeitschriften nach und nach vom Markt. Es gab genügend Alternativen aus westlicher Produktion welche beim Publikum mehr Anklang fanden.

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