LPG Betriebsgeld, Genossenschaftsgeld

LPG Betriebsgeld, Genossenschaftsgeld

Das Betriebsgeld oder Genossenschaftsgeld der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) wurde in den Jahren 1963 und 1970 als innerbetriebliches Verrechnungsgeld genutzt. Als Ersatzzahlungsmittel ist es aus heutiger Perspektive ein bezeichnendes Zeitdokument der Agrargeschichte der DDR.

Die erste LPG, in der das neue Verrechnungsgeld eingeführt wurde, war die LPG „Walter Ulbricht“ in Dahlen im Kreis Oschatz, Anfang 1963. Nach dieser Einführung sollten, nach Willen Walter Ulbrichts, alle LPGs derartige Genossenschaftsgelder einführen. Da es bis zuletzt keine zentrale einheitliche DDR-Regelung zum Druck des Betriebsgeldes gab, war es Aufgabe der einzelnen Verwaltungsbezirke die neuen „Wertscheine" einzuführen. Das wiederum führte zu zahlreichen verschiedenartigen Betriebsgelden mit je teils andersartigen Bezeichnungen und Wertstufen.

Was war nun der Zweck der „Verrechnungsgelder"? Mit Hilfe des Betriebsgeldes versuchte man die Effektivität der Betriebe zu erhöhen, indem Kosten für betriebliche Verwendungen gesenkt werden sollten. Das Betriebsgeld hatte die Aufgabe den LPG-Mitgliedern als Anreiz zu dienen, Kosten zu sparen. Das ungenutzte oder gesparte Betriebsgeld konnte später in verschiedener Art verrechnet werden. Beispielsweise erhielt man mit der Verrechnung die Chance innerbetriebliche Waren zu erwerben.

Ende der 1960er Jahre verlor das Betriebsgeld an Bedeutung und wurde eingestellt und die meisten „Wertscheine" daraufhin vernichtet.

Inventarnummer 1011602

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