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Stasi - Ministerium für Staatssicherheit

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Oft schon ist die Frage gestellt worden: Was bleibt von der DDR? Rein sprachgeschichtlich steht die Antwort fest. Der Begriff Stasi hat Einzug in die Sprachen der Welt gehalten. Er scheint der einzige bleibende Beitrag der DDR zur Weltkultur zu sein. Gewiss hat es schlimmere Geheimdienste gegeben – in Deutschland und auch anderswo in der Welt. Die spezifische Mischung aus Überwachungswahn und Bürokratie dürfte allerdings einmalig in der Geschichte sein. Das Ministerium für Staatssicherheit, formell MfS, im Volksmund aber meist Stasi genannt, wurde bereits 1950 gegründet. In den ersten Jahren war es eng mit den sowjetischen Geheimdiensten verknüpft, später zunehmend eigenständig. Die Behörde war Spionageapparat nach außen und Überwachungs- und Repressionsinstrument nach innen, zudem gleichzeitig Strafverfolgungsbehörde und Strafvollzugseinrichtung. Entgegen mancher späteren Behauptung hat das MfS diese Funktionen niemals sauber getrennt. Allein das unterscheidet die Stasi von den Diensten demokratischer Staaten.

„Das Leben der Anderen“

In der vierzigjährigen Geschichte der Stasi zeichnen sich zwei gegenläufige Tendenzen ab. Auf der einen Seite wurden die Methoden der Repression im Laufe der Jahre zurückhaltender. Man musste damit rechnen, dass ein guter Teil der Opfer der Stasi früher oder später im Westen ankommen würden, wo sie über die Vernehmungsmethoden, die Zustände im Stasi-Gefängnis berichten könnten. Das MfS war gehalten, wenigstens den Anschein von Rechtlichkeit zu wahren. Die gegenläufige Tendenz war ein ständiger personeller und finanzieller Ausbau des MfS. Gerade unter dem zunächst im Westen als liberal gepriesenen Erich Honecker vollzog sich seit 1971 die Ausweitung des Apparates. 1970 hatte das MfS 43 311 hauptamtliche Mitarbeiter, zum Zeitpunkt seiner Auflösung Anfang 1990 über 91 000. Im Blickpunkt der öffentlichen Debatten nach 1990 standen vor allem die 189 000 Inoffiziellen Mitarbeiter (IM). Diese Zahl ist vor einiger Zeit durch wissenschaftliche Veröffentlichungen relativiert worden. Vor allem wurde darauf verwiesen, dass man zwischen unterschiedlichen IM-Kategorien unterscheiden müsse. An der Tatsache der flächendeckenden Überwachung der Gesellschaft durch Spitzel ändert diese Zahlendebatte allerdings wenig.

Kein Staat im Staate

Dennoch ist es völlig falsch, von der Stasi als einem Staat im Staate zu sprechen. Sie sah sich selbst als „Schild und Schwert der Partei“ und traf damit den Kern der Sache. Das MfS unterstand durchgehend und auf allen Ebenen der SED. Auch formell war das Ministerium dem Sekretär für Sicherheit im Politbüro der SED untergeordnet. Ebenso war es Bezirks- und Kreisebene. Die ersten Sekretäre der SED waren Vorgesetzte der entsprechenden Dienststellen des MfS. Diese Unterordnung erklärt auch den überraschenden Machtverfall der Stasi im Herbst 1989. Als ihr oberster Dienstherr, die SED-Führung, die Kontrolle über die Vorgänge im Lande verlor, war die Stasi handlungsunfähig.

Sicherung der Stasi-Akten

Seit dem 4. November 1989 besetzten Bürgerkomitees die Stasi-Zentralen in den Bezirksstädten. Am 15. Januar 1990 folgte Berlin. Demonstranten drangen in das Hauptquartier in Berlin-Lichtenberg ein und bildeten dort spontan ein Bürgerkomitee, dass mit der Rückdeckung des Runden Tisches und mit Duldung der letzten Regierung die Auflösung des Riesenapparates einleitete, so gut es ging, die Akten sicherte und mit der Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit begann.