Berlin, 5. Juni – Vor 40 Jahren, am 13. Juni 1986, starb der US-amerikanische Sänger, Schauspieler und Entertainer Dean Reed unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen in der DDR. Der als »Roter Elvis« bekannte Künstler gehörte zu den bekanntesten internationalen Persönlichkeiten im Kulturleben der DDR und war sowohl im Osten als auch im Westen eine umstrittene Figur.
Dean Reed wurde 1938 in Colorado geboren und feierte zunächst Erfolge als Musiker in Lateinamerika. Aufgrund seines politischen Engagements ließ er sich Anfang der 1970er-Jahre in der DDR nieder. Dort entwickelte er sich zu einem populären Star, trat in Fernsehshows auf, spielte in Filmen mit und wurde von den staatlichen Medien als internationaler Sympathieträger präsentiert.
Auch sein Privatleben fand öffentliche Aufmerksamkeit. Reed war zunächst mit der Leipziger Lehrerin Wiebke Dorndeck verheiratet. Nach der Scheidung heiratete er 1981 die Schauspielerin Renate Blume, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte.
Nach einem heftigen Streit mit seiner Ehefrau Renate Blume verschwand Reed am 13. Juni 1986. Wenige Tage später wurde er tot im Zeuthener See bei Berlin aufgefunden. Die Ermittlungsbehörden gingen von Suizid aus. Bekannt wurde später auch ein umfangreicher Abschiedsbrief, der lange Zeit unter Verschluss blieb.
Die Geschichte Dean Reeds eröffnet zugleich einen Blick auf die Kulturpolitik der DDR und den Versuch der SED-Führung, internationale Künstler*innen für die eigene politische Selbstdarstellung zu nutzen. Sein Leben und Wirken spiegeln die Spannungen des Kalten Krieges ebenso wider wie die Hoffnungen und Widersprüche eines prominenten Auswanderers aus den USA.
Anlässlich des Jahrestages erinnert das DDR Museum an eine der schillerndsten Persönlichkeiten der DDR-Kulturgeschichte.
Interviewpartner
Für Interviews und Hintergrundgespräche empfiehlt das DDR Museum:
Dr. Stefan Wolle, Historiker und wissenschaftlicher Leiter a. D. des DDR Museum. Als ausgewiesener Experte für Alltagsgeschichte, Kultur und Gesellschaft der DDR kann er die Bedeutung Dean Reeds für die DDR-Öffentlichkeit, seine politische Instrumentalisierung sowie die anhaltende Faszination um seinen Tod historisch einordnen.