Berlin, 28. April 2026 – Die DDR erwarb 1959 das Passagierschiff »Stockholm« für rund 20 Millionen schwedische Kronen. Ab 1960 fuhr es unter dem Namen »MS Völkerfreundschaft«. Über 25 Jahre betrieb der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund das Schiff. Reisen an Bord galten als besondere Auszeichnung für Arbeiter*innen und Parteiveteran*innen.
1985 verkaufte die DDR die »MS Völkerfreundschaft« und ersetzte sie durch die größere und modernere »Arkona«. In den folgenden Jahrzehnten blieb das Schiff unter wechselnden Namen und Eigentümer*innen im Einsatz und entwickelte sich zu einem der am längsten betriebenen Transatlantikschiffe weltweit. Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR wird das Schiff nun endgültig verschrottet.
Im Depot des DDR Museum haben sich jedoch zahlreiche Objekte aus der Zeit der »MS Völkerfreundschaft« erhalten. Dazu zählen unter anderem ein Schmuckteller aus Holz, eine Getränkekarte mit ungewöhnlichen Angeboten wie Schildkrötensuppe für 1,80 Mark sowie eine großformatige Holzklammer mit dekorativer Aufschrift. Diese und weitere Zeugnisse vermitteln Einblicke in die Reisekultur der DDR.
Die Objekte werden im Depot des DDR Museum in Berlin-Marzahn aufbewahrt. Der Sammlungsleiter des Depots, der Historiker Eric Strohmeier-Wimmer, steht für Interviews zur Verfügung.
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Donnerstag 12 bis 17 Uhr
Jeden ersten Sonntag im Monat 11 bis 16 Uhr
Ort
DDR Museum Depot
Pyramidenring 10
12681 Berlin-Marzahn
Kontakt
Simone Uthleb, Pressesprecherin, unter +49 30 847 123 7-47 oder presse@ddr-museum.de