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Auf die Kerbe kommt es an: Der Trabant-Autoschlüssel

21.11.2013 von Sören Marotz
Gerade kam er als Leihgabe vom Deutschen Hygiene-Museum zurück: unser Trabant-Autoschlüssel. Dort war er ein Ausstellungsstück der Sonderausstellung „Reichtum - Mehr als genug“, die vom 6. Juli bis 10. November 2013 in Dresden gezeigt wurde.
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Maßarbeit - die Trabant-Werkzeugtasche und ihr Spender

14.11.2013 von Sören Marotz
Kaputtgehen konnte eigentlich immer irgendetwas. Da musste man beim Trabant noch nicht mal die berühmte Geschichte mit der Damenstrumpfhose, die im Notfall auch den Keilriemen ersetzen sollte bemühen. Jeder hatte etwas Werkzeug mit dabei. Hilfe war weit weg, im Zweifel teuer und vor allem musste man gelernt haben zu warten. Was lag da näher, als im Trabi-Kofferraum der Limousine den Leerraum zwischen Ersatzrad und Radkasten für die Unterbringung einer speziellen Werkzeugtasche zu nutzen, dachte man sich sicher auch beim VEB Werkzeugkombinat Schmalkalden.
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Lösung für die bohrenden Probleme an Haus und Hof – die Handbohrmaschine „Multimax“

07.11.2013 von Sören Marotz
Eigentlich ist die Handbohrmaschine HBM 250 „Multimax“ nicht nur eine einfache, schöne Bohrmaschine für den DDR-Heimwerker, sondern sie ist auch ein Antriebsaggregat für diverse Aufsätze, die es als Zubehör zu kaufen gab. So gab es als Zusatzgeräte unter anderem eine Handkreissäge, einen Schleifstein, einen Schwingschleifer oder auch eine Stichsäge. Besonders beeindruckend finde ich aber den Heckenscherenaufsatz, der auch auf dem Foto mit abgebildet ist. Wenn man sich heute nach einer gebrauchten „Multimax“ umsieht, fällt auf, dass das Anschlusskabel oft sehr kurz geraten ist. Da hat der Heckenscherenaufsatz als universelles Schneidwerkzeug manchmal mehr als ganze Arbeit geleistet.
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Rasierapparat aus dem Kraftwerksanlagenbau – das „bebo sher“-Modell „Junior“

31.10.2013 von Sören Marotz
Wenn es Objekte gibt, zu dem mehr zu sagen wäre, als es der Platz hier hergibt, dann sind die „bebo sher“-Rasierapparate des VEB Bergmann-Borsig (daher „bebo“) ganz heiße Anwärter auf die vordersten Ränge. Zweifelsohne hängt das auch mit meiner eigenen Lebensgeschichte zusammen. Von 1989-1990 hatte ich dort in Berlin-Wilhelmsruh eine Lehre als Elektromechaniker absolviert. Gut, dort haben wir keine Rasierapparate gefertigt, aber diese „Erfahrung“ konnte ich schon als Schüler im Rahmen des PA-Unterrichtes (Produktive Arbeit) machen. Wir Schüler aus dem Bezirk Berlin-Pankow hatten seinerzeit das Modell „Junior“ montiert. Der technische Aufbau der Geräte ist entsprechend einfach. Der komplizierteste Arbeitsschritt war das Anlöten des Netzkabels. „Können Schüler der 8. Klassen einen Rasierapparat, der das Gütezeichen „Q“ trägt, überhaupt montieren? - Auch hier zeigte sich, […] daß über viele Jahre in hoher Qualität der Plan erfüllt wurde. Heute montiert eine halbe 8. Klasse 14 000 Rasierapparate jährlich.“ (unbenannter Zeitungs-Artikel, um 1978)
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Vorkriegsentwicklung im Nachkriegsdeutschland - das Telefon W38

23.10.2013 von Sören Marotz
In den 1930er Jahren entwickelte Siemens & Halske ein neues Standard-Telefon für die Deutsche Reichspost. 1938 ging daraus das Modell W (Wählapparat) 38 hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der „W 38“ in seiner Kriegsausführung mit Glocken aus Glas statt aus Metall fast unverändert in der DDR weitergebaut und war dort noch bis in die 1960er Jahre hinein der Standardapparat. 
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Motor vom „Regierungs“-Volvo 264 TE verkauft

18.10.2013 von Sören Marotz
Tausende Besucher haben ihn bereits gesehen, unseren Volvo. Ohne dabei zu wissen, dass sich unter der Haube aus ausstellungstechnischen Gründen kein Motor mehr befindet. Der liegt nämlich seit Jahren „schwer wie Blei" im Depot, obwohl er im Kern aus Aluminium ist.
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Du kannst den Farbfilm vergessen – die Beirette SL100

09.10.2013 von Sören Marotz
Neulich hatte ich schon über den Titel „Du hast den Farbfilm vergessen" von Nina Hagen als Song des Monats gebloggt. Was noch fehlt, ist ein Fotoapparat dazu. Da man ja immer klein anfangen soll, dachte ich mir: Wie wäre es mit der Beirette SL100? Einen (teuren) Farbfilm konnte man hier aber schon deshalb getrost vergessen, weil die Bildqualität insgesamt eher mäßiger Natur war. Mir ist die Kamera noch gut in Erinnerung, weil ich mit ihr meine ersten Fotos gemacht hatte. Das war im Ferienlager in Polen Mitte der 80er Jahre. Falls sich jetzt jemand wundert: Ja, Polen war seit Solidarnosc „dicht", Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.
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Sammlung

Schornsteinsprengung in Vockerode

04.10.2013 von Sören Marotz
Was haben die beiden letzten jeweils 100 Meter hohen Schornsteine des ehemaligen Gaskraftwerks in Vockerode im Kreis Wittenberg an der Elbe, die am Mittwoch, d. 18.09.2013 pünktlich um 11 Uhr gefallen sind, mit dem DDR Museum zu tun?
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Mifa Klappfahrrad. „Ein bisschen Rohr ein bisschen Draht...

25.09.2013 von Admin
...fertig ist das Mifa-Rad!" Die in der DDR weit verbreiteten MIFA-Klappräder - sie wurden oft belächelt und nie so richtig ernst genommen. „Da fährt man wie ein Affe auf einem Schleifstein", so ein gängiges Urteil über den Fahrkomfort der kleinen Drahtesel aus Sangerhausen. Dass die Klappräder auch in den Jahren nach der politischen Wende keine große Wertschätzung erfuhren, konnte man an den ostdeutschen Straßenrändern beobachten: unzählige 'Klappis' landeten auf dem Sperrmüll, oft noch in fabrikneuem Zustand... Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Mittlerweile avanciert das DDR-Klapprad zum Kultobjekt, gerade bei Jugendlichen und Hipstern in den Großstädten.
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Aus Kindertagen - die FORMO Steckbausteine

18.09.2013 von Admin
Heute wurde unserem Museum ein kleiner unscheinbarer Karton gespendet und auf dem dazugehörigen Spendenformular stand „Karton mit DDR-LEGOS". Für mich, der in der unmittelbaren Nachwendezeit mit den `originalen` „LEGO"-Bausteinen aufgewachsen ist, bot dies gleich den Anlass, diese Bausteine etwas näher zu betrachten. „DDR-LEGO", was ist daran denn nun anders? Ich entleerte den Karton auf meinem Tisch und staunte nicht schlecht, dass prompt einige Mitarbeiter aus dem Büro vom Geklirr der Kunststoffbausteinchen angelockt wurden und sich um mich sammelten. „Oh LEGO, damit haben wir als Kinder auch immer gespielt!" Aber vor uns lag kein „LEGO", sondern FORMO-Stecksteine.
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Ein echter Rembrandt im DDR-Museum!!!

11.09.2013 von Admin
Rembrandt, Rubens, Dürer. Ein Jeder wird sicherlich schon einmal diese Namen gehört haben, zumindest wenn er dem Kunstunterricht in der Schule hin und wieder ein wenig Aufmerksamkeit gewidmet hat. In unserer Sammlung sind sie gleich alle drei vertreten! Spätestens an dieser Stelle muss ich jedoch die Kunstfreunde enttäuschen. Es handelt sich nicht etwa um unentdeckte millionenteure Gemälde der alten Meister, sondern um frühe Fernsehgeräte aus der DDR!
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ZRM 450 – der Rasenmäher mit dem besonderen Dreh

04.09.2013 von Sören Marotz
Auf der Suche nach einem farbenfroheren Rasenmäher für die Installation „Datsche" in unserer Ausstellung hoffte ich als Praktikant zunächst darauf, einen bunten Mäher vom Typ „Trolli" im Depot ausfindig machen zu können. Der jetzige versprüht mit seinem Armeegrün ein wenig den Hauch von NVA. Egal ob in blau, rot oder gelb - hauptsache kein „Tarnanstrich" mehr, dachte ich. Ich fand auch schnell mehrere „Trollis" in verschiedenen Lackierungen, sogar einen Luftkissenmäher vom Typ 42, mit dem das Rasenmähen (aus eigener Erfahrung) richtig Spaß machen kann.
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Treuer Begleiter ohne Räder – Das Kofferradio REMA Trabant T6

28.08.2013 von Sören Marotz
Wer Trabant (treuer Begleiter) hört, denkt wohl im ersten Moment an den Zweitakter aus Zwickau oder den ersten Satelliten im Weltall. Unser Objekt der Woche hat zwar ebenfalls Trapezform und nennt sich Trabant, ist jedoch nicht der Plastebomber mit eingebautem Kultstatus. Ein Motor oder vier Räder wie beim P 601 sind auch nicht vorhanden. Unser Trabant T6 wurde vielmehr dazu konstruiert, mit dem Auto oder dem Motorrad, Fahrrad etc. als „treuer Begleiter" der jeweiligen Besatzung auf Reisen zu gehen und die Klänge des Äthers aus (fast) aller Welt einzufangen.
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Die Jugendweihe hatte auch ihr Gutes - der Stereo-Kassettenrecorder SKR 700

23.08.2013 von Sören Marotz
Neulich bekamen wir von einem Herrn -so um die 40- den Hinweis, dass wir doch unbedingt den „SKR 700" im DDR Museum zeigen müssten. Er käme ursprünglich aus der DDR, lebt nun in Süddeutschland und hatte den in unserem Museum vermisst. Dass offensichtlich gerade dieser Stereo-Kassettenrecorder noch in vielen Köpfen so präsent ist, habe ich bereits in vielen Gesprächen mitbekommen. Gerade als Jugendweihegeschenk war der „SKR 700" sehr beliebt, bot er doch die Möglichkeit, die beliebten internationalen Hitparadensendungen wie z.B. „Hey Music" vom SFB (Sender Freies Berlin) oder die des RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) aufzunehmen. Preislich war er mit 1540 Mark der DDR zwar nicht gerade billig, lag aber oft gerade noch so im Rahmen des finanziell Machbaren. Dafür bekam man zwar nur 2×2 Watt Ausgangsleistung, aber immerhin auch 2 Teleskopantennen und Level-LED's.
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Berlin-Roller: noch haben wir nur die Betriebsanleitung

15.08.2013 von Sören Marotz
Da absolviert man nichts ahnend als Masterstudent der Technikgeschichte an der TU Berlin sein Praktikum im DDR Museum, ist dabei auf der Suche nach Dokumenten für den Schwalbe-Roller des Hauses und was findet man in den Depotschränken: originale Betriebsanleitungen für den Motorroller SR 59 „Berlin", auch Berlin-Roller genannt. Und was bitteschön soll jetzt daran interessant sein? Wenn man wie ich im Besitz eines solchen Rollers (inklusive Campi-Anhänger) ist und seit Jahren mit diesem Gefährt durch die regelmäßige Teilnahme an Oldtimerveranstalltungen quasi in einer Art Ehegemeinschaft lebt, treibt einem der Fund einer entsprechenden Betriebsanleitung im Praktikum zwangsläufig ein Lächeln ins Gesicht. Ein derart großes Lächeln, dass es sich sogar auf unseren Sammlungsleiter übertrug und ich den Berlin-Roller nun als „Objekt der Woche" vorstellen darf.
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Auch ein Wasserhahn muss passen

26.07.2013 von Sören Marotz
Beim „Besuch“ unserer Gefängniszelle im Museum fiel mir von Anfang der Wasserhahn auf. Nicht der Hahn an sich, sondern seine Farbe: orange. Das knallt, wirkt echt hip. In diesem Teil der Ausstellung geht es aber um die Inhaftierung von politischen Gefangenen, unter anderem im berüchtigten Stasi-Gefängnis „Bautzen II“. Hier ist es besonders wichtig, historisch korrekt zu sein, auch wenn die Zelle in unserer Dauerausstellung insgesamt natürlich ein Nachbau ist. Von daher habe ich mir von einer ehemaligen Kollegin, die heute für die „Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft“ arbeitet, Rat geholt. Nun können wir einen passenden Wasserhahn besorgen, so wie er bisher noch nicht im Sammlungsbestand ist.
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Sammlung

Ein Spiel zum 20. Republikgeburtstag

18.07.2013 von Sören Marotz
Was macht eine Republik, die am 7. Oktober 1969 gerade eine Generation alt geworden war. Sie feiert sich selbst, auch indem sie ein Spiel als Jubiläumsausgabe anlässlich des 20. Jahrestages der DDR herausgibt. Nun, fast 45 Jahre später haben wir dieses Spiel des VEB Spielewerk Karl-Marx-Stadt eingeworben.
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1x NBI komplett = 150kg Papier

11.07.2013 von Sören Marotz
Alle Tage bekommt man nicht das Angebot, die NBI (Neue Berliner Illustrierte) als komplette Sammlung mit allen Ausgaben von 1945-1991 zu übernehmen. Da haben wir, auch dank der Vermittlung eines Kollegen aus einem anderen Museum nicht nein gesagt. Schon allein die Erstausgabe vom 10. Oktober 1945 hat beträchtlichen Seltenheitswert. 1990 wurde das Format auf das bundesrepublikanisch übliche verkleinert, die endgültige Einstellung zum Oktober 1991 konnte aber trotzdem nicht mehr verhindert werden. Die Marktmacht von Bunte & Co war einfach zu stark und der Nachholeffekt der neuen Bundesbürger nach westlichen Medien zu nachhaltig. Dass die „SUPERillu" als Illustrierte für den Ostmarkt auch schon seit 1990 verkauft wurde, ist heute weniger geläufig.
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Wie sieht eine Strickfee aus?

28.06.2013 von Sören Marotz
Wie muss wohl eine „Strickfee" aussehen. Mit dieser Frage im Gepäck bin ich im Juni nach Hamburg gefahren, um am Rand einer Tagung eine Hand-Strickmaschine für das DDR Museum einzuwerben. Ganz in der Nähe der Köhlbrandbrücke, die über die gerade vom Hochwasser gefüllte Elbe führt, empfing mich Silvia Henschke in einer oberen Etage ihres Wohnblocks im Stil der 70er.
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Jetzt wird abgerechnet...

13.06.2013 von Admin
Ein weiteres Highlight hat diese Tage seinen Weg zu uns ins Archiv gefunden und zwar eine Spielzeugkasse für Kinder von PIKO. Mit dieser Kasse konnten Kinder Kaufmanns- oder Kaufrauladen nachspielen.
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