"Wohlstand, Schönheit, Glück - Kleine Konsumgeschichte der DDR" von Annette Kaminsky

Unser heutiger Schatz aus der Bibliothek ist ein zunächst unscheinbar anmutendes Taschenbuch, das jedoch bei näherer Betrachtung mit einer Fülle an Informationen aufwartet. Und diese sind nicht nur chronologisch geordnet und in politischen und historischen Kontext gesetzt. Durch den flüssigen und lebendigen Schreibstil der Autorin liest man sich sehr schnell fest und lernt fast ohne es zu merken dazu. Das macht das Buch sicher besonders für Themen-Einsteiger, Nicht-Wissenschaftler, Schüler und Studenten interessant: Die Rede ist von "Wohlstand, Schönheit, Glück - Kleine Konsumgeschichte der DDR" von Dr. Annette Kaminsky.
von Admin (13.01.2015)

Unser heutiger Schatz aus der Bibliothek ist ein zunächst unscheinbar anmutendes Taschenbuch, das jedoch bei näherer Betrachtung mit einer Fülle an Informationen aufwartet. Und diese sind nicht nur chronologisch geordnet und in politischen und historischen Kontext gesetzt. Durch den flüssigen und lebendigen Schreibstil der Autorin liest man sich sehr schnell fest und lernt fast ohne es zu merken dazu. Das macht das Buch sicher besonders für Themen-Einsteiger, Nicht-Wissenschaftler, Schüler und Studenten interessant: Die Rede ist von "Wohlstand, Schönheit, Glück - Kleine Konsumgeschichte der DDR" von Dr. Annette Kaminsky.

"Nachdem die SED im Juni 1953 erstmals hatte erleben müssen, dass den Konsum- und Versorgungsproblemen eine "systemsprengende Kraft" innewohnen konnte, wenn sie sich mit einer allgemeinen Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen paarten, räumten sie den Fragen von Handel und Versorgung große Bedeutung ein. Immer wieder versuchte sie, das Lebensniveau zu heben, einen größeren Wohlstand zu erreichen, den Dienstleistungssektor auszubauen und die stetig wachsenden Konsumwünsche ihrer Bürger zu befriedigen." (vgl. S. 10) Welche Maßnahmen dazu ergriffen, welche Entscheidungen hierfür getroffen wurden und wie gut oder schlecht die Umsetzung gelang, warum wo an welcher Ware Mangel herrschte und wie Bevölkerung und Partei jeweils damit umgingen, dies alles und noch mehr berichtet Dr. Annette Kaminsky innerhalb der folgenden fünf Hauptkapitel:

  • I. Von der "Rationengesellschaft" zur "Konsumwende" (1945 - 1954)
  • II. "Keine Butter, keine Sahne - aber auf'm Mond ne rote Fahne" - Der "neue Kurs" und die "Versorgung auf Weltniveau" (1955 - 1961)
  • III. Die "guten Sechziger" Jahre? - "Die Unkontinuität im Angebot hemmt die sozialistische Bewußtseinsbildung und untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat." (1961 - 1972)
  • IV. "In der Freude über die Erfolge übersehen wir nicht die ungenügend bewältigten Aufgaben, die verbliebenen Schwierigkeiten und Ärgernisse." - Von der individuellen Bedürfnisbedfriedigung zu den "sozialistischen Errungenschaften" (1972 - 1980)
  • V. Das Jahrzehnt der Krisen - "Noch nie bereitete der Einkauf so viel Verdruß und Mühe wie in jüngster Zeit" (1981 - 1989)

Das Buch spannt unterhaltsam und aufschlussreich den Bogen von der Zeit als "Wehrmachtsgeschirr [...] die Materialien für Haushaltsgegenstände wie Eimer, Kochtöpfe und Siebe [lieferte]" (vgl. S. 17) bis hin zum extra für die Ausfuhr entwickelten Colortron-Farbfernseher, der dann aufgrund der Verletzung von ganzen 28 Patenten doch nicht exportiert werden konnte und somit für die Bevölkerung der DDR kaufbar wurde (vgl. S. 157). Dazu findet der Leser nicht nur eine Reihe interessanter Bilder, auch von den sich mit den Jahren verändernden Werbungen, sondern auch einge Tabellen bspw. zum Nahrungsmittelverbrauch in der DDR zwischen 1955 und 1989.

"Wohlstand, Schönheit, Glück - Kleine Konsumgeschichte der DDR" von Dr. Annette Kaminsky ist 2001 im Verlag C.H.Beck München erschienen.

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