Wilder Osten - Zwei Autoren, zwei Bücher, ein Programm

Es ist Sommer in Berlin, die Stammgäste unserer Veranstaltungen räkeln sich lieber im Freibad oder an den Ostseestränden. Erinnerungen an „Heißer Sommer" mit Frank Schöbel und Chris Doerk werden wach, die älteren werden sich erinnern. Insofern hätten wir besser einen Roman über Pinguine oder Eisbären vorstellen sollen, wie Stefan Wolle, der Moderator des Abends, treffend einleitete.
von Sören Marotz (24.07.2013)

Es ist Sommer in Berlin, die Stammgäste unserer Veranstaltungen räkeln sich lieber im Freibad oder an den Ostseestränden. Erinnerungen an „Heißer Sommer" mit Frank Schöbel und Chris Doerk werden wach, die älteren werden sich erinnern. Insofern hätten wir besser einen Roman über Pinguine oder Eisbären vorstellen sollen, wie Stefan Wolle, der Moderator des Abends, treffend einleitete.

Das Besucherzentrum des DDR Museums war also am 23. Juli 2013 mit 18 Gästen aus genannten Gründen nicht zum Bersten gefüllt, der Schriftsteller Jan Eik und der Journalist Martin Ahrends haben es aber trotzdem verstanden, ihr Publikum mit ihren neuen Büchern bestens zu unterhalten. Zuerst nahm Jan Eik, der eigentlich Helmut Eikermann heißt, sein Erinnerungs-Buch »Eine Menge Spaß« zur Hand. Wer wie er seit 1958 beim DDR-Rundfunk gearbeitet hat, kann nicht nur etwas über die Eltern des Radrennfahrers Erik Zabel, die als Lehrausbilder in der Studiotechnik gearbeitet hatten, erzählen. Es entstand ein Buch über einen Sender, der sowohl Propagandainstrument der Partei als auch ein Ort des Überlebens für Individualisten war.

Mit der Satire »Ich sehe eine Krähe« stellt Martin Ahrends seine fiktiven Figuren „Locke" und „Socke" vor. Der ehemalige NVA-Offizier und der Diplom-Philosoph sind schräge Figuren, die als ostdeutsche Männer westdeutschen Frauen in Torschlusspanik gegen Geld ihre Manneskraft schenken wollen. Als weiteres „Projekt" wollen sie die ostdeutsche Provinz unter dem Slogan „Wilder Osten" touristisch vermarkten. Als Höhepunkt des Abenteuerurlaubs ist die Sprengung eines DDR-Neubaublocks sowie eines Industrieschornsteins vorgesehen. Dummerweise geht hier etwas schief und Locke wird mit dem Schornstein in die Tiefe gesprengt...

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