Sammlung

Museale Objekte als Informationsträger im Sammlungs- und Ausstellungskontext – Teil I

Ein Museum ist ein Ort, an dem Geschichten erzählt und Informationen anschaulich für die Öffentlichkeit aufbereitet werden. Diese Vermittlung geschieht zwar nicht ausschließlich, jedoch zu einem großen Teil mithilfe von verschiedensten Objekten. 
von Maria Bartholomäus (07.03.2016)

 

Ein Museum ist ein Ort, an dem Geschichten erzählt und Informationen anschaulich für die Öffentlichkeit aufbereitet werden. Diese Vermittlung geschieht zwar nicht ausschließlich, jedoch zu einem großen Teil mithilfe von verschiedensten Objekten. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass jedes Exponat für sich, aber auch im Kontext mit anderen Objekten, eine Vielzahl an Informationen und Daten in sich trägt, die zum Verständnis der jeweiligen Sachverhalte unabdingbar sind. Die Aufgabe eines Museums (insbesondere der Sammlungsabteilung) ist es demnach, diese Informationen dem Objekt so umfassend und tiefgehend wie möglich zu „entlocken“. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen intrinsischen und extrinsischen Daten. Was das bedeutet, klären wir im folgenden Beitrag!

 

Intrinsische Daten

Bei der Inventarisierung eines Objekts, also bei der wissenschaftlichen und verwaltungstechnischen Beschäftigung damit (Quelle: Müller-Straten, Christian: Inventarisation. Theorie und Praxis musealer Dokumentation. München:2002. Zugriff am 07.03.2016), werden zunächst die sogenannten intrinsischen Daten, auch Primärwerte genannt (Quelle: Müller-Straten, Christian: Inventarisation. Theorie und Praxis musealer Dokumentation. München:2002. Zugriff am 07.03.2016), dokumentiert. Gemeint sind Daten, die am Objekt selbst ablesbar sind, es also in seiner Materialität erfassen (Quelle: Hartmann,Manfred. Inventarisierung Dokumentation Bestandsbewahrung.). Dazu gehören zunächst einmal die Maße sowie das Gewicht des Objekts. Ein Beispiel: Die Figur „Leipziger Messemännchen“ hat eine Breite von 7,5cm, eine Höhe von 13,5cm und ein Tiefenmaß von 7cm. Das Objekt hat ein Gewicht von 46 Gramm. Der Kopf ist wie ein Erdball mit Breiten- und Längengraden sowie Kontinenten gestaltet. Weitere intrinsische Daten sind die Materialien, aus denen das Objekt gefertigt ist. In diesem Falle ist dies zunächst ein recht weicher Kunststoff, aus dem der Körper der Figur sowie die Pfeife und das Köfferchen bestehen. Das Objekt ist aus mehreren Teilen zusammen gesetzt, also nicht aus einem Stück gefertigt. Der blaue Anzug und die schwarze Fliege bestehen aus Filz, die Halskrempe aus einem weißen Baumwollstoff. Als weitere Primärdaten folgen Angaben zu den verwendeten Techniken bei der Herstellung des Objekts: Der Anzug ist zusammen genäht und die Einzelteile der Figur sind ineinander gesteckt. Eine weitere intrinsische Information ist der Zustand der Figur – sie weist einige Gebrauchsspuren wie Abrieb und Fusselbildung des Filzstoffs auf, außerdem fehlt der dazugehörige Hut, was an dem am Kopfende angebrachten Baumwollfaden abzulesen ist. Ebenso ist die Farbigkeit des Objekts zu bestimmen: Im Falle der Messemännchen-Figur sind dies die Farben braun, ocker, blau, weiß und schwarz.

 

Die extrinsischen Daten beschreiben im Gegensatz zu den intrinsischen Informationen, die nicht auf den ersten Blick ablesbar und nur durch weitere Recherche zu bestimmen sind. Hierzu zählt zum Beispiel die Bedeutung des Objekts, dessen Herstellungsgeschichte oder historische Informationen. Welche weiteren Geschichten unsere Leipziger Messemännchen-Figur noch zu erzählen hat, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Blogbeitrags in der kommenden Woche!

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