DDR-Geschichte

Von der Klebemark zur Mark der DDR, das liebe Geld im Wandel der Zeit

Ein Artikel über die Währung der DDR im Wandel der Zeit. von Jörn Kleinhardt (23.06.2016)

Nachdem der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches endete, besetzten die alliierten Siegermächte die jeweiligen Besatzungszonen. Offizielles Zahlungsmittel in allen Besatzungszonen war von Beginn an die bereits 1924 eingeführte Reichsmark welche die bewegten Zeiten der Weimarer Republik und des Dritten Reiches überstanden hatte. In der Überganszeit bis zum Juni 1948 benutze man die alten Banknoten und Geldmünzen einfach weiter. Mit der in den westlichen Besatzungszonen durchgeführten Währungsreform vom 20. Juni 1948 wurde dort die Deutsche Mark eingeführt. Um einer massiven Inflation in der sowjetischen Besatzungszone vorzubeugen, wurden dort ab dem 24. Juni 1948 mit Kupons beklebte Reichsmarkscheine an die Bevölkerung ausgegeben um die gesamte Geldmenge zu begrenzen. Dies wurde notwendig, da die nunmehr wertlos gewordenen Banknoten der Reichsmark in den westlichen Besatzungszonen und in der SBZ noch ein gültiges Zahlungsmittel waren und viele Deutsche die konfuse Situation dieser Übergangszeit zum eigenen Vorteil nutzten. Die provisorisch mit Kupons beklebten Geldscheine wurden im Volksmund „Klebemark“ genannt.

Knapp einen Monat später konnte die provisorische „Klebemark“ in neue Geldscheine die „Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (DM)“ umgetauscht werden, da erst zu diesem Zeitpunkt genügend neue Banknoten verfügbar waren um die Bevölkerung flächendeckend damit auszustatten. Teilweise blieben die alten Reichsmünzen jedoch im Umlauf und wurden erst nach und nach durch neue Entwürfe ersetzt. Ein Teil dieser ersten neuen Entwürfe wie die 5 Pfennig Münze stammte noch aus der NS-Zeit. Am 13. Oktober 1957 wurden die Banknoten der ersten Serie auf Beschluss der Regierung der DDR durch neue Entwürfe ausgetauscht. Ausnahmen bildeten die alten Banknoten zu 50 Pfennig und 1 DM.

Auf Beschluss des Ministerrates der DDR wurden ab 1. August 1964 neue Banknoten eingeführt. Laut Ministerrat sollten die neuen Banknoten das Wesen der noch jungen DDR zum Ausdruck bringen. Mit der Erneuerung der Banknoten erfolgte auch die Umbenennung von Deutscher Mark (DM) in Mark der Deutschen Notenbank (MDN). Fortan wurden also käuflich erhältliche Waren in MDN ausgepreist.

Knapp vier Jahre später zum 1. Januar 1968 wurde die Struktur des Bankwesens grundlegend verändert. Die Staatsbank der DDR wurde erschaffen und erhielt das alleinige Recht zur Ausgabe von Zahlungsmitteln in der DDR. Da der Name DDR bis dato nicht auf den Zahlungsmitteln zu finden war, erfolgte die Umbenennung des Geldes von Mark der Deutschen Notenbank (MDN) in Mark der Deutschen Demokratischen Republik (Mark oder M). Um dem Rechnung zu tragen, wurden die Banknoten und Geldmünzen zwischen 1973 und 1979 sukzessive durch neue Entwürfe ausgetauscht. Im Gegensatz zu den vorigen Zahlungsmitteln wurde die Form und Gestaltung der neuen Geldscheine komplett überarbeitet. Die neuen Entwürfe waren kleiner als die früheren Banknoten und enthielten neue Motive. Die Kopfportraits bekannter Persönlichkeiten auf der Vorderseite wie Thomas Münzer, Friedrich Engels oder Clara Zetkin wurden durch Alltagsansichten auf der Rückseite ergänzt. So gab es beispielsweise Ansichten vom LPG Alltagsleben, die Ansicht einer jungen Ingenieurin im Kontrollraum des Kernkraftwerkes in Rheinsberg oder die „Industrieidylle“ des Petrochemischen Kombinates in Schwedt zu sehen. Das Münzgeld bekam aufgrund der Materialbeschaffenheit schnell den Spitznamen „Aluchips“. Ausnahme hierbei bildete die 20 Pfennig Münze, welche aus Messing angefertigt wurde.

Im Zuge der Währungsunion im Sommer 1990 bekamen die (noch) DDR-Bürger für wenige Monate als offizielles Zahlungsmittel die aus Westdeutschland bekannte Deutsche Mark (DM). Im Oktober 1990 erfolgte die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten mit der Deutschen Mark als alleingültiges Zahlungsmittel. Aber auch die schon seit 1948 existierende DM existierte nur noch ein knappes Jahrzehnt. Zum 1. Januar 2002 wurden viele nationale Währungen in Europa zugunsten des gesamteuropäischen Euro durch diesen ersetzt.

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