Veranstaltung

"Volkes Lied und Vater Staat"

Vor knapp 2 Wochen durfte Wolfgang Leyn die Premiere seines Buches „Volkes Lied und Vater Staat“ beim traditionsreichen Rudolstadt-Festival feiern. Passender Weise, da es das jährlich stattfindende Festival mit seinen ca. 65.000 Besuchern ohne die mitreißende DDR-Folkszene wohl nie gegeben hätte.
von Sarah Metscher (21.07.2016)

Vor knapp 2 Wochen durfte Wolfgang Leyn die Premiere seines Buches „Volkes Lied und Vater Staat“ beim traditionsreichen Rudolstadt-Festival feiern. Passender Weise, da es das jährlich stattfindende Festival mit seinen ca. 65.000 Besuchern ohne die mitreißende DDR-Folkszene wohl nie gegeben hätte.

Gestern war Wolfgang Leyn, Journalist und MDR-Onlineredakteur, zu Gast im Besucherzentrum des DDR Museum, um auch hier sein Buch persönlich zu präsentieren. Er war Mitbegründer der Leipziger Band „Folkländer“, die zu den einflussreichsten Folkbands der DDR zählt. In seinem Buch „Volkes Lied und Vater Staat“ gewährt er nun einen Einblick in die Folk-Szene sowie deren Entwicklung.

Begleitet wurde Wolfgang Leyns Buchvorstellung durch die Musiker Wolfgang Meyering, einem der ersten Westmusiker in einer Ost-Folkband sowie Ralf Gehler, in Mecklenburg aufgewachsener Dudelsackspieler und Instrumentenbauer. Letzterer hat mit einem eigens geschriebenen Kapitel ebenfalls einen Beitrag zum Buch geleistet. Die während des Abends von ihnen gespielte Folkmusik begeisterte die vielen Zuhörer und es entstand eine Stimmung wie auf einer Familienfeier.

Wolfgang Leyn gab uns einen sehr spannenden Einblick in die Subkultur der Folkszene der 70er und 80er Jahre. Er berichtete den Zuhörern mit vielen Fotos von der „Folkländer“-Geburtsstunde, den Szene-Treffen in den Folkwerkstätten, dem Folkstanz-Boom („Jeder tanzte mit, auch wenn´s keiner konnte“) sowie den kreativen und künstlerischen Herausforderungen, vor die „Vater Staat“ die Folkmusiker stellte. In den Liedern konnten zwischen den Zeilen Themen angesprochen werden, die sonst tabu waren und das Publikum verstand die Doppelbödigkeit. So entwickelten sich die deutschen Volkslieder als „sichere“ Stimme des Volkes. Zusätzlich wurde der fehlenden Möglichkeit Platten aufzunehmen beispielsweise mit eigens herausgebrachten Liedheften entgegen gewirkt. Und weil es im Handel weder Dudelsäcke noch Drehleiern gab, bauten handwerklich begabte Folkmusiker die typischen Instrumente eben einfach selbst. Die damals entwickelte Form ist unter Kennern weltweit noch heute als „deutscher Dudelsack“ bekannt.

Wir danken Herrn Leyn für diese interessante und sehr unterhaltsame Veranstaltung.

 

Wenn Sie selbst auch neugierig geworden sind, können Sie das Buch inklusive einer CD mit Musikbeispielen auch im Shop des DDR Museum kaufen.

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