Aus der Sammlung

Unsere 5 ältesten Objekte

Vor 2 Wochen ging es in unserer Blogkategorie „Hinter den Kulissen“ um unsere 5 skurrilsten Objekte. Diese Woche möchte wir Ihnen 5 unserer ältesten Schätze vorstellen, die nicht weniger spannend sind!
(17.08.2015)

Vor 2 Wochen ging es in unserer Blogkategorie „Hinter den Kulissen“ um unsere 5 skurrilsten Objekte. Diese Woche möchte wir Ihnen 5 unserer ältesten Schätze vorstellen, die nicht weniger spannend sind!

 

Tagebuch „Schullandheim“

Dieses Dokument stammt aus dem Jahr 1950. Es ist aus farbig beschriebenem und bemaltem Papier und dokumentiert einen 10-tägigen Aufenthalt in einem Landheim in Geising, südlich von Dresden. Die Autorin des Tagebuchs hielt jedes Erlebnis dieser Zeit in schönster Schreibschrift fest; von der frühmorgendlichen Ankunft am Urlaubsort bis zu verschiedenen Ausflügen und der tränenreichen Abreise. Zu jedem Tag hat sie ebenfalls liebevolle und detailreiche Zeichnungen angefertigt, um ihre Erlebnisse bildhaft festzuhalten. Dieses sehr persönliche Objekt gibt tiefe Einblicke in die Ergebnis- und Gefühlswelt eines jungen Mädchens, das für längere Zeit von ihrem Elternhaus getrennt ist und eine Zeit voll Spannung und Abenteuer erlebt.

 

Fotoalben eines jungen Ehepaars

Das Anlegen von Fotoalben hat eine lange Tradition. Urlaube, Feste, Familienfeiern und andere besondere Ereignisse werden somit festgehalten. Häufig werden die Bilder nachträglich beschrieben, sodass nachzuvollziehen ist, wer darauf zu sehen ist und wann das Foto entstand. Auch ein junges Berliner Ehepaar pflegte diesen Brauch und legte mit Beginn der gemeinsamen Eheschließung im Jahr 1944 zahlreiche Fotoalben an. Sie enthalten hauptsächlich schwarz-weiß-Fotografien und zeigen das Paar und dessen Familie beim Ostseeurlaub oder die Wohnungseinrichtung in Berlin. Fotografien sind wertvolle Zeitzeugnisse und bieten Aufschluss über Personen, Bräuche, Architektur und historische Ereignisse.

 

Kamera "Zeiss Ikon Ercona"

Diese Balgenkamera  gehört ebenfalls zu unseren ältesten Stücken. Sie wurde im VEB Zeiss Ikon Dresden gefertigt. Das Unternehmen wurde 1926 in Dresden gegründet und stellte auch Türschlösser und Spiegelleuchten her. Die Kamera verfügt über ein braunes Lederetui mit Trageriemen sowie eine kleine Filtertasche mit drei verschiedenen Vorsatzlinsen. Auch mit diesem Gerät wurde mit großer Wahrscheinlichkeit das eine oder andere Familienfoto geschossen, um dann in einem Fotoalbum verewigt zu werden.

 

Zigarettenautomat

In unserer Sammlung befinden sich sehr viele Objekte, die aus dem öffentlichen Raum stammen und somit das Straßen- und Stadtbild der DDR prägten. Eines dieser Objekte ist dieser Zigarettenautomat des Herstellers Lumet VEB Luckenwalder Metallwarenfabrik, dem einzigen Automatenhersteller der DDR. Er stammt aus den Fünfziger Jahren, besteht aus einem massiven Metallgehäuse und enthielt die Marken Stambul und Josetti. Tabak war, nicht zuletzt auch wegen des niedrigen Preises, neben Alkohol ein beliebter und gesellschaftlich weit verbreiteter Genussartikel in der DDR.

 

Pappschild “1.Mai 1954“ 

Der 1. Mai war einer der wichtigsten Feiertage in der DDR. Zwischen 1949 und 1989 beging man den „Feiertag der nationalen Arbeit“. In der DDR war das Recht auf Arbeit, einen Arbeitsplatz, dessen freie Wahl sowie das Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit im Grundgesetz als sozioökonomisches Recht verankert. Unser großformatiges Schild aus Pappe wurde anlässlich des 1.Mai 1954 gefertigt. Die Zeichnung ist im Stil des sozialistischen Realismus gehalten, ebenso befindet sich das Logo des FDGB auf dem Schild. Der Dachverband der Einzelgewerkschaften der DDR war zentralistisch organisiert, der ehemalige Hauptsitz in Ost-Berlin in der Nähe der Jannowitzbrücke beherbergt heute die Chinesische Botschaft. Unserem Objekt sieht man sein Alter durchaus an: Die obere Papierschicht ist an vielen Stellen abgeblättert und die Pappe hat sich über die Jahre leicht gebogen.

 

Haben Sie noch Objekte aus den frühen Zeiten der DDR, die Sie uns gern spenden würden? Dann kontaktieren Sie gern unsere Sammlungsabteilung unter der 030 – 847123735 oder per Mail an maria.bartholomaeus@ddr-museum.de!

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