Presse

Stop Styling - Dokumentarfilm über den Formgestalter Karl Clauss Dietel sucht Unterstützung

Der 1934 geborene Formgestalter Prof. Karl Clauss Dietel ist einer der wichtigsten Produktdesigner der ehemaligen DDR.
von Michael Geithner (17.10.2014)

Der 1934 geborene Formgestalter Prof. Karl Clauss Dietel ist einer der wichtigsten Produktdesigner der ehemaligen DDR. Nach seiner Lehre zum Maschinenschlosser besuchte er die Ingenieurschule für Kraftfahrzeugbau Zwickau und studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Mit seiner Diplomarbeit, dem Entwurf eines Autos der unteren Mittelklasse, legte er den Grundstein für einen seiner bekanntesten Entwürfe, den Wartburg 353. Bis 1963 arbeitete er als Formgestalter im Zentrum Entwicklung und Konstruktion für den Fahrzeugbau Karl-Marx-Stadt, danach freischaffend.

Karl Clauss Dietel unterrichtete an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle (heute Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle) und später an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg, die er von 1986 bis 1990 leitete. Nach vier Jahren als Vizepräsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK) trat er 1981 aus Protest gegen die Einschränkungen im Amt für Industrielle Formgestaltung (AiF) zurück.

In 50 Arbeitsjahren schuf Karl Clauss Dietel ein kaum überschaubares Gesamtwerk. Die Formensprache von Autos und Zweirädern, Schreibmaschinen und Radiogeräten geht auf ihn zurück. Zu den Design-Klassikern zählen heute beispielsweise die Kugelboxen K20, die Erika-Schreibmaschine und die SIMSON S50/S51. Dietel arbeitete dabei oft mit Lutz Rudolph (1936-2011) zusammen.

Zu seinen Arbeitsfeldern gehörte neben dem Produkt-, LKW- und PKW-Design auch die Entwicklung von Signets und Farbkonzepten sowie Architektur, Innengestaltung und Kunst am Bau. Sein Anspruch war, das "Produkt zum Nutzer hinzufixieren", also Design das sich an den Bedürfnissen des Menschen orientiert. Er entwickelte Prinzipien wie die "Offene Struktur", nach der gute Gestaltung den Nutzer eines Produkts dazu einlädt, es zu modifizieren. Aus der SIMSON S51/S51 kann man, dank gut erreichbarer Standardbauteile, unkompliziert verschiedene Motorradtypen bauen.

Im September 2014 wurde Prof. Karl Clauss Dietel mit dem Designpreis der Bundesrepublik für sein Lebenswerk geehrt.

Nun soll ein unabhängiger Dokumentarfilm über ihn entstehen. STOP STYLING wird über Crowdfunding finanziert und ihr könnt bis 31. Oktober dabei helfen.In dem kurzen Video erklärt der Regisseur Gregor Hutz seine Motivation und Herr Dietel kommt zu Wort. Wenn ihr auch glaubt das dieses Projekt unterstützenswert ist, teilt es mit eurem Netzwerk. Man kann signierte Drucke gewinnen und sogar eine private Chemnitz-Führung mit Prof. Dietel und dem Regisseur wird angeboten.

http://vimeo.com/102927961

www.startnext.de/stop-styling www.facebook.com/stop.styling.documentary

Autor: Gregor Hutz

Mehr zum Thema

Tickets ohne Warteschlange ab € 5,50   Jetzt kaufen