Stasi-Stadt: Ein Buch und ein gelungener Begleiter für eine Erkundungstour

Die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit war mitten in Berlin-Lichtenberg und doch ein geheimnisvoller Ort. Auf gut zwei Quadratkilometern existierte eine „Stadt in der Stadt“, hermetisch abgeriegelt und Arbeitsplatz von bis zu 7000 Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit. Das streng bewachte Areal beherbergte aber auch eine Untersuchungshaftanstalt, Waffenkammern, eine eigene Poliklinik, Einkaufsmöglichkeiten und sogar Notstromaggregate, um eine unabhängige Stromversorgung sicherstellen zu können.
von Melanie Alperstaedt (24.02.2015)

Die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit war mitten in Berlin-Lichtenberg und doch ein geheimnisvoller Ort. Auf gut zwei Quadratkilometern existierte eine „Stadt in der Stadt“, hermetisch abgeriegelt und Arbeitsplatz von bis zu 7000 Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit. Das streng bewachte Areal beherbergte aber auch eine Untersuchungshaftanstalt, Waffenkammern, eine eigene Poliklinik, Einkaufsmöglichkeiten und sogar Notstromaggregate, um eine unabhängige Stromversorgung sicherstellen zu können.

Kurz gesagt: Dieses große und heute zugängliche Areal ist meiner Meinung nach einer der interessantesten Orte in Berlin, wenn es um DDR-Geschichte geht. Die Gebäude und das darin enthaltene Museum vermitteln so viel Geschichte, so viel Lehrreiches und so viele Details über die Arbeitsweise des MfS, dass ich dem Historiker Christian Halbrock für sein Buch „Stasi-Stadt. Die MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg.“ sehr dankbar bin. Anhand von historischen Fotos, prägnanten Texten und Übersichtsplänen strukturiert Halbrock für den Leser die große Vielzahl an Informationen. Er erstellte so den perfekten Begleiter für all diejenigen, die mehr über das Gelände selbst und seine Bedeutung erfahren wollen. Der Übersichtsplan gleich am Anfang des Buches verschafft dem Leser einen guten ersten Überblick, der von Halbrock konzipierte Stadtspaziergang und seine 20 Stationen ist dann auf einem weiteren historischen Foto eingezeichnet. So weiß man schon zu Beginn, wohin die „Reise in die Vergangenheit“ einen führen wird.

Ich möchte Ihnen auch empfehlen, den Rundgang während der Öffnungszeiten des Stasimuseums zu machen. Hier können Sie ihr Wissen über das Areal, aber vor allem auch über das Ministerium für Staatssicherheit sinnvoll vertiefen. In der gerade neu eröffneten Dauerausstellung geben zahlreiche Dokumente, Objekte, Fotos, Film- und Tonaufnahmen einen gelungenen Einblick in die Geschichte, Funktion und Arbeitsweise der SED-Geheimpolizei. Und vor allem wird dort auch gezeigt, was die Vorgehensweisen des MfS für Menschen bedeutete. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, das original erhaltene Büro Erich Mielkes zu besuchen.

Das Buch „Stasi-Stadt – Die MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg ist 2009 im Ch. Links Verlag erschienen und ich würde es jedem empfehlen, der das Areal auf eigene Faust erkunden möchte. Das Buch ist handlich, informativ und passt ohne Probleme in eine größere Jackentasche. Sie erhalten diesen „praktischen Begleiter“ für 12,90 € im Online-Shop oder direkt vor Ort im DDR Museum.

 


 

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