Spitzenprodukte aus Jena, der Optikhersteller Carl Zeiss

Wer in der DDR fotografierte, kannte natürlich die Produkte des weltbekannten Optikherstellers aus Jena. Bereits im Jahr 1846 eröffnete der Weimarer Mechaniker-Meister Carl Zeiss seine erste optisch- feinmechanische Werkstatt in der Neugasse Nr. 7 in Jena. Die kleine Firma stellte Mikroskope in Handarbeit her. Ab 1866 konnte Zeiss mit Hilfe des Physikers Ernst Abbe optische Eigenschaften vorausberechnen, damals weltweit einzigartig. Über die Jahre vergrößerte sich die kleine Firma erheblich. Mit dem am 25. April 1902 patentierten Tessar Objektiv gelang der weltweite Durchbruch. Bis heute wurde dieses Objektiv über 100 Millionen mal gebaut und gehört zu den Klassikern der Fototechnik. In der Zeit der beiden Weltkriege baute die Firma rüstungs- und kriegsrelevante Optiken.
von Jörn Kleinhardt (12.03.2015)

Wer in der DDR fotografierte, kannte natürlich die Produkte des weltbekannten Optikherstellers aus Jena. Bereits im Jahr 1846 eröffnete der Weimarer Mechaniker-Meister Carl Zeiss seine erste optisch- feinmechanische Werkstatt in der Neugasse Nr. 7 in Jena. Die kleine Firma stellte Mikroskope in Handarbeit her. Ab 1866 konnte Zeiss mit Hilfe des Physikers Ernst Abbe optische Eigenschaften vorausberechnen, damals weltweit einzigartig. Über die Jahre vergrößerte sich die kleine Firma erheblich. Mit dem am 25. April 1902 patentierten Tessar Objektiv gelang der weltweite Durchbruch. Bis heute wurde dieses Objektiv über 100 Millionen mal gebaut und gehört zu den Klassikern der Fototechnik. In der Zeit der beiden Weltkriege baute die Firma rüstungs- und kriegsrelevante Optiken.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es einen Bruch. Große Teile des Stammwerks oder der Zulieferbetriebe lagen durch Bombardements in Schutt und Asche, ein Großteil der männlichen Belegschaft fehlte. Amerikanische Truppenverbände hatten Thüringen besetzt und nahmen bei ihrem Rückzug einen Teil, vor allem Spezialisten und die Geschäftsführung unter Zwang mit in ihre Besatzungszone. In Oberkochen, Baden Würtemberg gründeten die Neuankömmlinge 1946 die Opton Optische Werke Oberkochen GmbH, welche am 1. Oktober 1947 in Carl Zeiss umbenannt wurde.

Nach Abzug der amerikanischen Besatzungstruppen wurden die Reste des Stammbetriebs durch sowjetische Truppen besetzt und große Teile des Stammwerkes als Reparationsleistungen abgebaut. Später wurde das Jenaer Werk in die Staatsbetriebe der DDR eingegliedert und firmierte unter dem Namen VEB Carl Zeiss Jena. Zu DDR Zeiten produzierte das Unternehmen wie gehabt Objektive für Fotokameras, aber auch Computer, Feldstecher, einige Fotokameras sowie Projektionstechnik für Kinos oder Planetarien. Ab den 1970ern kamen zunehmend Rüstungsaufträge dazu. So baute der Konzern Zieloptiken für militärisches Gerät wie Panzer oder Kampfjets. In den 1980ern wurde der berühmte 1 Megabit Chip durch Carl Zeiss Jena produziert. Mit der Wiedervereinigung erfolgte auch die Umstrukturierung und zeitnahe Übernahme des Jenaer Betriebsteils durch die Carl Zeiss GmbH in Oberkochen.

In unsere Sammlung befindet sich das wohl bekannteste Objektiv für Fotokameras, das Tessar in verschiedenen Ausführungen. Das Wort ‚Tessar’ ist ein Akronym, das aus dem griechischen Wort ‚tessares’ (τεσσαρεσ= vier)abgeleitet wurde und gibt einen Hinweis auf den Objektivaufbau, welcher aus vier Linsen besteht. Das Objektiv mit einer Brennweite  von klassischen 50mm besitzt eine Lichtstärke von 1:2,8. Fokussieren und abblenden lässt es sich über einen Fokus- und einen Blendenring. Beide Verstellringe sind mit einer Skala versehen. Die Vorderseite ist mit dem Firmennamen Carl Zeiss Jena, dem Objektivnamen und technischen Daten des Objektivs, also Tessar 2.8/50  sowie der Produktionsnummer, im Falle unseres Exemplars der 36478 beschriftet. Unser Sammlungsobjektiv wurde in der Zeit zwischen 1976 und 1984 gebaut, was man an der Bauform erkennen kann. Das M42 Schraubgewinde auf der Rückseite des Objektivs, ermöglicht die Kombination mit vielen gängigen Kameras aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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