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Spannende Politik: Bereits zwei Jahre vor dem Fall der Mauer wollte Gorbatschow Honecker stürzen

Politik kann so spannend sein! Seit gestern geht es durch die Medien: Gorbatschow war schon Jahre vor dem Mauerfall nicht mehr von Honecker überzeugt und wollte ihn durch einen reformfreudigeren Politiker ersetzen.
von Melanie Alperstaedt (19.08.2009)

Politik kann so spannend sein! Seit gestern geht es durch die Medien: Gorbatschow war schon Jahre vor dem Mauerfall nicht mehr von Honecker überzeugt und wollte ihn durch einen reformfreudigeren Politiker ersetzen.

Ein heißer Kandidat hierfür war der Stasi-Spionagechef Markus Wolf, der am 5. Februar 1987 von seinem damaligen Amt zurücktrat. Als Grund gab er an, er wolle sich schriftstellerisch betätigen und sich um den künstlerischen Nachlass seines Bruders Konrad Wolf kümmern.

Was meinen Sie: Kann eine Person, die eine solche Machtposition innehatte, sich so einfach ins Private zurückziehen, ohne Ambitionen und ohne weiteres Interesse an der Politik?!

Der ehemalige Berliner SED-Chef Günter Schabowski verrät, was dahinter steckte: Wolf war seiner Aussage nach von Moskau dafür vorgesehen, die Entmachtung von Staats- und Parteichef Erich Honecker vorzubereiten! Gorbatschow suchte nach Verbündeten für Reformen und wusste, das Honecker der falsche Mann dafür sei. Dies sei der Grund, weshalb Wolf in Absprache mit dem Geheimdienst KGB als Leiter der HVA (Hauptverwaltung Aufklärung) zurücktrat und sich bei Künstlern und Intellektuellen in der DDR als möglicher Honecker-Nachfolger ins Gespräch brachte. Letztendlich fehlte ihm aber die Macht, um Honecker und das System zu stürzen.

Für alle von Ihnen, die mehr zu den Hintergründen und Quellen wissen möchten: Die Welt hat einen umfassenden Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.


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