Veranstaltung

Liederabend in Erinnerung an Gerhard Gundermann

Gestern abend gestalteten die Liedermacher Claudia Woloszyn und Thomas Strauch einen Abend mit Liedern von Gerhard Gundermann im Besucherzentrum des DDR Museum.
von Admin (22.06.2016)

Gestern abend gestalteten die Liedermacher Claudia Woloszyn und Thomas Strauch einen Abend mit Liedern von Gerhard Gundermann im Besucherzentrum des DDR Museum. Es waren außerdem eigene Kompositionen der Musiker zu hören, die ein interessanter Kontrast zu den bekannten Gundermann-Stücken waren.

 

Ein Abend im Zeichen Gerhard Gundermanns

An einem lauen Sommerabend lud das DDR Museum zu einem musikalischen Soiree. Die Gäste freuten sich auf ein Konzert ganz im Zeichen des populären Ost-Musikers Gerhard Gundermann. Das Werk des bereits 1998 verstorbenen Liedermachers zeichnet sich besonders durch seine melancholische Authentizität aus.

 

Bergmann und Musiker

Gundermann war Bergmann und Musiker zugleich. "Nur Kunst oder nur Arbeit geht für mich nicht. Ich brauche verschiedene Perspektiven auf die Gesellschaft, sonst führt das zur Verblödung." Er behandelte in seinen Stücken Themen wir Natur, Liebe, Sterben sowie Arbeit und Heimat. Besonders prägten ihn dabei sein Arbeitsalltag im Tagebau Spreetal bei Hoyerswerda. Sein Verhältnis zur Politik in der DDR war stets problematisch: Die SED schloss Gundermann 1978 wegen "unerwünschter eigener Meinung" aus. 1984 wurde er erneut aus der SED und im gleichen Jahr auch von der Stasi wegen „prinzipieller Eigenwilligkeit“ ausgeschlossen. Dennoch warb ihn das MfS als IM an. Der ein oder andere Titel des Musikers war demnach durchaus politischen Inhalts; auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands setzte Gundermann in seinem Schaffen einen Schwerpunkt auf die Entwicklungen in den neuen Bundesländern.

 

Neue Interpretation

Die Musiker Claudia Woloszyn und Thomas Strauch aus Frankfurt/Oder sehen sich künstlerisch in der Tradition des Liedermachers aus der Lausitz und möchten mit ihrer Darbietung die Erinnerung an dessen Musik wachhalten. Thomas Strauch besuchte einige Konzerte des Sängers, wohingegen Claudia Woloszyn erst nach dessen Tod das Werk Gundermanns für sich entdeckte. Sie gestalteten die einzelnen Titel bei ihrer gestrigen Darbietung mithilfe von verschiedenen Instrumenten wie Gitarren, Cajon, Tin Whistle sowie einer Thüringer Waldzither. Ganz zu Beginn ermunterte Thomas Strauch das Publikum zum Mitsingen auf, was aufgrund des hohen Bekanntheitsgrads der Titel Gundermanns für die meisten auch kein Problem darstellte. Dargeboten wurden Titel wie "Keine Zeit mehr", "Oweh", "Ich mache meinen Frieden" sowie "Brunhilde". Einen aktuellen Bezug zum politischen Geschehen stellten die beiden mit dem Titel "TTIP" her. Das Stück, welches lediglich aus einem eingängigen Refrain besteht, eignet sich laut Interperten hervorragend zum Vortragen bei der nächsten Demo gegen das Freihandelsabkommen TTIP. Ein politischer Kommentar mit Augenzwinkern, der beim Publikum sehr gut ankam und den beiden Musikern durchaus Sympathiepunkte einbrachte.

Nach einigen Gundermann-Titeln präsentierten die beiden Liedermacher auch eigene Kompositionen. Ganz besonders stach hierbei der Titel "Die Traumtänzerin" von Thomas Strauch heraus, der in Jiddish vorgetragen wurde und der Tochter des Musikers gewidmet ist. Zwischen den Titeln lockerten die beiden Interpreten die Stimmung mit passenden Anekdoten zu den Titeln auf.

Dass die beiden das erste Mal gemeinsam auf der Bühne standen, merkte man ihnen dank ihrer Professionalität und musikalischem Können trotz Aufregung in keinster Weise an.

Das Publikum honorierte den wirklich gelungenen Auftritt mit einem langanhaltender Applaus, woraufhin es sich Claudia Woloszyn und Thomas Strauch nicht nehmen ließen, eine Zugabe zu spielen. Der beliebte Titel "Nach Haus" verabschiedete die Gäste und rundete den musikalischen Abend wunderbar ab.

 

Liedermacherin und Folklorist

Beide Musiker sind neben ihres gemeinsamen Projekts auch selbstständig musikalisch aktiv: Thomas Strauch spielt aktuell in fünf Bands und widmet sich den Stilrichtungen Folk, Jazz und Weltmusik. Die Liedermacherin und Lehrerin Claudia Woloszyn arbeitet zur Zeit an einer eigenen CD und tritt regelmäßig mit ihren eigenen Kompositionen auf, für die sie sich aus persönlichen Erlebnissen inspirieren lässt.

 

 

Weitere Informationen zu Claudia Woloszyn finden Sie hier: http://claudia-woloszyn.de

Weitere Informationen zu Thomas Strauch finden Sie hier: http://www.thomasstrauch.com

 

 

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