Aus der Sammlung

Unsere fünf skurrilsten Objekte

(03.08.2015)

In unserer Sammlung befinden sich jede Menge spannende, seltene, antike, interessante und wertvolle Objekte. Dank der vielen aktiven Schenker/innen, die uns ihre Schätze überlassen, werden es auch stetig mehr. Doch einige von diesen Objekten stechen durch ihre einzigartige Kuriosität besonders heraus – ob durch ihr Äußeres, ihren Zustand oder die dazugehörige Geschichte. Fünf davon stellen wir Ihnen heute vor!

 

Nachtlicht in Mädchengestalt

Dieses Objekt hat es aufgrund seiner ungewöhnlichen Erscheinung in unsere Liste geschafft. Es verfügt über einen Netzstecker, durch den die Glühbirne im Inneren des Nachtlichts die gesamte Figur in einem rötlichen Schein strahlen lässt. Dargestellt ist eine Mädchenfigur mit Zopffrisur, bekleidet in süddeutschem Trachtgewand und einen Blumenstrauß in der Hand haltend. Die schale rosa-graue Farbgebung des Hauttons, der erstaunt-grimmige Gesichtsausdruck sowie die rötliche Leuchtfarbe der Lampe verleihen diesem Objekt einen recht bizarren Charakter.

 

Flasche Likör „Insamsul“ mit Ginsengwurzel

Die Likörflasche ist wahrlich eine Rarität. Das Getränk hat einen Alkoholgehalt von 30% und stammt aus der Demokratischen Volksrepublik Korea, auch bekannt als Nordkorea. Über die Jahre ist ein beträchtlicher Teil der Flüssigkeit bereits verdunstet. Das Etikett der Flasche ist in koreanischer und englischer Sprache. Das Besondere ist die Ginsengwurzel, die sich in der Flasche befindet. Ginseng, auch Kraftwurz und auf Koreanisch „Insam“ genannt, ist eine Pflanze aus dem asiatischen Raum und wird häufig in der Medizin und Kosmetik eingesetzt. Ginseng soll gegen Müdigkeit und Erschöpfung helfen und wird auch als Potenzmittel genutzt. Der Likör „Insamsul“ ist somit eine Art „Krafttrunk“ und steht stellvertretend für das vielfältige Angebot an alkoholischen Erzeugnissen in der DDR, das für jede Gelegenheit das passende Getränk bot.

 

Tischtelefon „VARIANT 045“

Dieses Telefon ist an sich zunächst keine Besonderheit: Es stammt aus dem VEB Fernmeldetechnik Nordhausen und wurde 1978 hergestellt. Der Betrieb gehörte zum Herstellerverbund RFT (Rundfunk- und Fernmelde-Technik), der verschiedene Unternehmen der Nachrichtentechnik in der DDR vereinte. Das Telefon verfügt über eine Loch-Wählscheibe, auf der die Kurzwahlen für die Feuerwehr, das Rote Kreuz sowie die Volkspolizei abgedruckt sind und besteht zum Großteil aus Kunststoff. Was dieses Objekt jedoch einzigartig macht: Der ehemalige Besitzer entschied sich dazu, sein Gerät äußerlich zu individualisieren und beklebte es komplett mit Folie in Furnieroptik, in der auch zahlreiche DDR-Möbelstücke gestaltet waren. In jedem Fall ein Unikat.

 

"Pedix Puder - Gegen Ungeziefer am Tier"

Das Mittel „Pedix Pulver“ gehört in seiner Art und Funktionsweise ebenfalls zu unseren Besonderheiten. Das Mittel wurde zur Vorbeugung von Ungezieferbefall bei Tieren (unter anderem Kühe, Schweine, Ziegen, aber auch Hunde und Geflügel) im VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt hergestellt. Es kostete EVP 2,70M und war in einer sogenannten „Stäuberdose“ verpackt, auf der die Köpfe einer Kuh und eines Schweins abgebildet sind. Besonders in der Anfangszeit der DDR war der Fleischkonsum bei weitem keine Alltäglichkeit und die Massentierhaltung, die unser heutiges Essverhalten möglich macht, noch im Anfangsstadium. Dieser Umstand erlaubte es dem Landwirt, seine Tiere einzeln zu „... bestäuben und (das Pedix Puder) bis auf den Haar- oder Federgrund ein(zu)arbeiten“, wie es in der Anwendungsvorschrift zu dem Desinfektionsmittel heißt. In unserer Sammlung befindet sich auch noch eine großformatige Werbetafel zu diesem Produkt.

 

Holztafel „Wie herrlich ist die Camping-Welt“

Dass viele DDR-Bürger eine Leidenschaft für das Campen und Zelten hatten, ist durchaus bekannt. Im Urlaub fuhr man mit der gesamten Familie auf den Campingplatz oder zeltete „wild“ für einige Nächte, um dann weiter zu ziehen. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Thema auch humoristisch aufgegriffen wurde; wie beispielsweise auf unserer Holztafel. Auf ihr ist eine idyllisch anmutende Zeichnung eines Liebespaares vor einem Zelt unter freiem Himmel zu sehen sowie der Spruch „Wie herrlich ist die Camping-Welt, teils außerhalb, und teils im Zelt!“. Zur Besonderheit machen dieses Objekt die süffisante Zweideutigkeit des Textes sowie die liebevoll gestaltete Zeichnung. Mittels eines Lochs auf der Rückseite der Tafel konnte man sie zur Dekoration im heimischen Wohn- (oder Schlaf-) zimmer an die Wand hängen.

 

Haben Sie noch Objekte aus den frühen Zeiten der DDR, die Sie uns gern spenden würden? Dann kontaktieren Sie gern unsere Sammlungsabteilung unter der 030 – 847123735 oder per Mail an maria.bartholomaeus@ddr-museum.de!

 
 
   

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