Veranstaltung

Schäfers Stündchen Folge 5: Jessy Rameik

(28.05.2014)

Gestern Abend hatten wir eine Lady zu Gast, die ihresgleichen sucht. Eine waschechte Diseuse, Theater- und Fernsehschauspielerin, Sängerin, eine Diva der Alten Schule, allerdings ohne auch nur einer Spur von Starallüren. Ihre Bühnenpräsenz war selbst auf den Brettern unseres Besucherzentrums mitreißend, ihre Stimme eindrucksvoll – das Publikum und ich waren hingerissen: Jessy Rameik, im Gespräch mit Alexander G. Schäfer!

 

Die 1934 in Riga geborene Sängerin und Schauspielerin erzählte von ihrem aufregenden Leben („Mein Weg war nie gerade“), angefangen bei ihrer Bühnenarbeit in Quedlinburg, Meißen, Görlitz, Magdeburg und Berlin. Außerdem erinnerte sie sich wie es dazu kam, dass sie 1964 vom Rundfunk der DDR nach Sobot (Polen) zum Chansonfestival geschickt wurde, aus dem sie mit dem Titel „Das Lied von den Rosen und den Träumen“ auch als Siegerin hervorging.

 

Rameik sprach von ihrer Freiheitsliebe und wie es ihr beim Mauerbau Angst und Bange wurde. Aber auch davon, dass sie als Kunst- und Kulturschaffende einige Freiheiten hatte, so zum Beispiel zu Auftritten auch in andere Länder reisen konnte und sich daher nicht ganz so eingesperrt gefühlt hat. Und was für einen Schrecken sie bekam, als plötzlich kurz vor einem Konzert in Westdeutschland ihr Pass nicht genehmigt wurde. Wie sich herausstellte, wurde sie mit einem Fluchtversuch in ihrem Umfeld in Verbindung gebracht und daher der Fluchthilfe verdächtigt. Ihr vehementer Protest erwirkte aber letztlich doch die Freigabe des Passes.

 

Außerdem wurde in einem kurzen filmischen Zusammenschnitt Jessy Rameik in ihren bekanntesten Rollen gezeigt, so war hier beispielsweise ein Ausschnitt aus „Das siebente Jahr“ oder „Das unsichtbare Visier“ zu sehen. Der Höhepunkt des Abends war aber unbestritten leider auch gleichzeitig der Ausklang: Jessy Rameik sang für uns ein paar Zeilen mit ihrer unverwechselbaren, großartigen Stimme.

 

Es war ein wundervoller Abend! Rameiks sympathische Art und ihr Humor fesselten das Publikum und als die letzten Töne ihres Gesangs verklungen waren, wollte der Applaus gar nicht enden. Und ich hab es mir nicht nehmen lassen, noch ein Autogramm von „der Rameik“ für unser Museum zu ergattern. Dieser schöne Abend wird mir noch lang im Gedächtnis bleiben!

 

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