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Rosenkohl im Trabi - Als Bäuerin in der DDR

(08.04.2014)

Unser heutiger „Schatz“ aus der Bibliothek ist weder ein Bildband, noch ein Nachschlagewerk, kein Lexikon, kein Werk der Aufarbeitung. Es ist eine Biografie. Nicht von einer Berühmtheit, einer politischen Persönlichkeit etwa oder vielleicht einem großartigen Künstler. Nein. Es ist die Biografie von Martl. „Rosenkohl im Trabi – Als Bäuerin in der DDR

 

Dieses Buch hat wenig mit Ideologie, mit SED und Staat zu tun. Es ist vielmehr die außergewöhnliche Lebensgeschichte einer starken Frau in einem ländlichen Teil der DDR. Solchen Frauen und deren Geschichten widmet sich die Autorin Roswitha Gruber seit Jahren mit viel Einfühlungsvermögen und Herzblut. Für jeden ihrer Romane recherchiert sie ausführlich und nähert sich in langen, intensiven Gesprächen dem Schicksal ihrer Protagonistinnen an. So auch dem der Bäuerin Martl.

 

Nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei muss Martl sich in der DDR ein neues Leben aufbauen. Sie arbeitet zunächst als Dienstmädchen in einer Pension, heiratet später den Bauern Karl, bekommt drei Kinder und verlebt glückliche, arbeitsreiche Jahre. Doch dann verliert sie ihren Mann. Dieser Situation tritt sie mit Entschlossenheit und Tatkraft entgegen. So putzt sie jahrelang Rosenkohl, um ihre Kinder zu ernähren. In ihrer Biografie erfährt der Leser nun, wie ihr Familiensinn, zahlreiche Freundschaften und viel Optimismus über diese schwere Zeit hinweggeholfen haben.

 

Wer Interesse hat, mehr über die spannende Lebensgeschichte der Bäuerin Martl zu erfahren, mitzubangen und sich mitzufreuen, dem empfehlen wir „Rosenkohl im Trabi – Als Bäuerin in der DDR“. Das Buch ist 2013 im Rosenheimer Verlagshaus erschienen, hat die ISBN 978-3-475-54214-5 und kostet 12,95 €.

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