DDR-Geschichte

Punk in der DDR

Im Jahr 1977 begannen die Medien erstmals ein Phänomen aufzugreifen, das sich laut und bestimmt seinen Weg in die Gesellschaft bahnte: Der Punk. Dass es der Punk über die Mauern vom Westen in den Osten geschafft hatte, ist auch den Westmedien zu verdanken.
von Alexandra Wallner (23.08.2016)

Im Jahr 1977 begannen die Medien erstmals ein Phänomen aufzugreifen, das sich laut und bestimmt seinen Weg in die Gesellschaft bahnte: Der Punk. Dass es der Punk über die Mauern vom Westen in den Osten geschafft hatte, ist auch den Westmedien zu verdanken.

Ab 1978 gab es schließlich in Ostberlin, Leipzig und Halle die ersten Punks. Eine kritische Haltung der Gesellschaft gegenüber den Exoten war vorprogrammiert und teilweise auch erwünscht.

Die ersten Punkbands ließen nicht lange auf sich warten und somit wurde bald auch im Osten die spezielle Art von Musik produziert. Die Bandnamen waren einfallsreich und tanzten aus der Reihe: „Sandow“, „Feeling B“, „Koks“, „Skunks“, „Rosa Extra“, „Planlos“, „Schleimkeim“ und „Wutanfall“ (später „L’Attentat“). Die Band „Planlos“ veranstaltete 1986 sogar ein illegales Konzert mit den Toten Hosen in Ost-Berlin.

Um die Musik der Bands zu hören, musste man sich mit dürftigen Kassetten-Aufnahmen von Konzerten oder Proben begnügen. Diese wurden mittels Tape-Trading, also Kopieren, weitergereicht. Den Bands „Schleimkeim“, „L’Attentat“ und „Zwitschermaschine“ gelang es, ihr Material in den Westen zu bringen, wo es schließlich auch auf Schallplatten und teils unter einem Decknamen veröffentlicht wurde.

Ab etwa 1986 wurden dann auch in der DDR Punksongs im Radio gespielt, LP-Sampler der sogenannten „anderen Bands“ publiziert und einzelne Alben bei Amiga herausgebracht. Wenige Jahre nach der Wende lösten sich viele Bands wie zum Beispiel „Feeling B“, „L’Attentat“ oder „Tausend Tonnen Obst“ auf.


 

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