Veranstaltung

Pressekonferenz zur Eröffnung des neuen Ausstellungsteils „Alltag im Plattenbau“

Am letzten Freitag, den 19. August 2016, fand im DDR Museum eine Pressekonferenz zur Eröffnung der neuen Ausstellung statt, die im Zuge der Langen Nacht der Museen am 27. August 2016 eröffnet wird. Die lange Vorbereitungsphase von 1 ½ Jahren ist nun fast endgültig abgeschlossen und wir freuen uns darauf, auf zusätzlichen 270m² noch mehr Geschichte zum Anfassen zu zeigen!
von Maria Bartholomäus (22.08.2016)

Am letzten Freitag, den 19. August 2016, fand im DDR Museum eine Pressekonferenz zur Eröffnung der neuen Ausstellung statt, die im Zuge der Langen Nacht der Museen am 27. August 2016 eröffnet wird. Die lange Vorbereitungsphase von 1 ½ Jahren ist nun fast endgültig abgeschlossen und wir freuen uns darauf, auf zusätzlichen 270m² noch mehr Geschichte zum Anfassen zu zeigen!

 

Nach 1 1/2 Jahren Planung Eröffnung am 27.08.2016

Lange haben wir daran gearbeitet, geplant, konzipiert und umgesetzt – in 6 Tagen ist es endlich soweit: Der neue Dauerausstellungsteil im DDR Museum wird eröffnet. Hierzu lud das Haus Vertreter der lokalen Presse zu einer Pressekonferenz und anschließender exklusiver Ausstellungsbesichtigung ein. Zahlreiche Journalisten sowie Vertreter der Berliner Kulturlandschaft folgten der Einladung und nahmen an der Veranstaltung teil. Auf dem Podium nahmen neben der Pressesprecherin Melanie Alperstaedt die Kuratoren der Ausstellung Platz: Elke Sieber, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dr. Stefan Wolle, seit 2006 wissenschaftlicher Leiter des Hauses sowie Sören Marotz, Sammlungsleiter. Ebenfalls anwesend war Michael Geithner, Social Media Manager des DDR Museum und Verantwortlicher für das Interaktionsdesign.

 

Nach einigen Begrüßungsworten durch den Direktor des DDR Museum, Herrn Gordon Freiherr von Godin, begann Dr. Wolle mit einer Einführung in das Projekt. Die Entscheidung zur Vergrößerung der Dauerausstellung wurde aufgrund des großen Besucherandrangs getroffen, den das DDR Museum tagtäglich begrüßt. Daher wurde das angegliederte Restaurant „Domklause“ im Frühjahr 2015 geschlossen, um die Räumlichkeiten zukünftig als Ausstellungsfläche nutzen zu können. In der ersten konzeptionellen Phase wurde dann beschlossen, im neuen Ausstellungsteil das private Leben in der DDR darzustellen, und zwar in all seinen Facetten, Widersprüchen und Schwierigkeiten. Hierfür wurde eine Wohnung der Plattenbau- Serie WBS70 originalgetreu nachgebaut. Die eigene Wohnung war in der DDR eine Art „Schutzraum“, in dem Ideologie und Politik lediglich eine sehr geringe Rolle spielten und in den man sich mit seiner Familie und Freunden zurückziehen konnte.

 

Interaktivität und technische Highlights 

 

Das Ziel der Schau ist es, die Geschichte der Menschen mithilfe von Objekten, Bildern und Spielen so anschaulich wie möglich zu vermitteln. Die bisherige Methodik der Interaktivität wird beibehalten und das Prinzip verfolgt, dass die Ausstellung für Besucher jeder Altersgruppe ansprechend und informativ sein soll. Dabei stehen die authentischen Objekte zweifelsohne im Mittelpunkt und werden mithilfe von Inszenierung, technischen Installationen und spielerischen Einheiten kontextualisiert. Das DDR Museum, so Dr. Wolle, ist keine Mahn- und Gedenkstätte, auch kein Wallfahrtsort der Ostalgie; sondern vielmehr ein Lernort, der auch Spaß machen soll. Das Museum sieht seinen Auftrag darin, über die sozialistische Diktatur in Ostdeutschland aufzuklären. Allerdings mit einer Portion Ironie, die für die Gesellschaft der DDR-Zeiten besonders bezeichnend war. Dabei steht nicht das Spektakuläre, sondern die repräsentative Durchschnittlichkeit einer alltäglichen Lebenswirklichkeit in der DDR im Mittelpunkt.

Anschließend stellte Michael Geithner die technischen Highlights der neuen Ausstellung vor. Hierzu zählt ein digitaler Spiegel, mithilfe dessen der Besucher authentische Kleidungsstücke anprobieren kann. Eine weitere besondere Installation ist der mit Touch-Funktion bedienbare Wohnzimmertisch, an dem die Besucher das Fernsehprogramm im Fernsehgerät bestimmten können. Besonders stolz ist das DDR Museum auf die Einzigartigkeit zahlreicher maßangefertigter technischer Installationen: Alles wurde exklusiv für unsere Ausstellung entwickelt und umgesetzt und ist in dieser Form einzig und allein im DDR Museum erlebbar. Das Prinzip der Interaktivität wurde ebenfalls in der Planungsphase verfolgt: Mitglieder der Online-Community des DDR Museum durften über die Auswahl von bspw. Tapeten- und Fußbodenmustern abstimmen, ebenso über beliebte Musiktitel in der DDR, die in der Ausstellung zu hören sind.

 

Anschließend nutzten die anwesenden Journalisten die Möglichkeit, an der exklusiven Begehung der Ausstellung mit den Kuratoren teilzunehmen. Hier bot sich die Gelegenheit, mit den Kuratoren, dem Museumsdirektor sowie anderen anwesenden Mitarbeitern des Hauses ins Gespräch zu kommen. Insgesamt fiel das Urteil durchweg positiv aus; besonderen Zuspruch fanden die vielen spielerischen Elemente der Ausstellung sowie die authentische Inszenierung, die einen sofort in ihren Bann zieht, sobald man die Ausstellung betritt.

 

Eröffnung "Alltag im Plattenbau" und Sonderausstellung "Extravaganz"

 

Am kommenden Samstag, dem 27. August 2016, ist es dann endlich soweit: Der neue Ausstellungsbereich wird für unsere Besucher geöffnet. Im Rahmen der Langen Nacht der Museen 2016 zeigt das DDR Museum zusätzlich eine Sonderausstellung mit dem Titel „Extravaganz in der DDR“. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 

Presseecho

 

Die Presse kommentierte wie folgt:

„Nächsten Sonnabend wird die Plattenbauwohnung eröffnet. Mit spannenden Aussichten: Vor die Fenster sind Bildschirme montiert, die den Blick auf Zehngeschosser, parkende Trabis und Fernsehturm freigeben.“ – Berliner Kurier

 

„Sechs Räume ergeben zusammen zusätzliche 270 m² Ausstellungsfläche, die im Sinne des Ausstellungsmottos „Geschichte zum Anfassen“ zum Entdecken, Mitmachen und Ausprobieren einlädt.“ – fotoausstellungen.com

 

„In der komplett eingerichteten Plattenbauwohnung kann sich der Besucher zurück in die 80er Jahre versetzen.“ - Focus

 

 

Kuratoren:

Dr. Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter

Elke Sieber, Volontärin wissenschaftliche Mitarbeiterin

Sören Marotz, Sammlungsleiter

 

Mitwirkende:

Beratung und Interaktionsdesign: Michael Geithner

Texte: Dr. Stefan Wolle, Tilman Birr, Elke Sieber

Übersetzung: Andrew Smith

Grafik und Design: Constantin Bänfer, Jonas Kartenbeck

Digitaler Kleiderschrank, Digitale Fenster: ravir film (Dresden)

Dioramen und Modelle: Holger Delfs

Architekt: Frank Wittmer

Ausstellungsbau: Martin Bauer

 

Fakten:

Größe: ca. 270m² zusätzliche Ausstellungsfläche, insgesamt 930m²

Investitionssumme (inklusive geplanter Umbau 2017): ca 1,1 Mio Euro

Zeit von der Idee bis zur Eröffnung: 1 ½ Jahre

 

Umfrage in den Social Media-Kanälen zu folgenden Themen:

Muster der Tapeten

Muster des Fußbodens

Musiktitel für die Hörbank im Wohnzimmer

 

 

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