„Nein, das mache ich nicht“ – Lesung im DDR Museum

Am vergangenen Freitag durften wir den Autor Dirk Moldt für eine Buchpremiere im Besucherzentrum des DDR Museum begrüßen.Zusammen mit einem im Buch genannten Zeitzeugen stellte er erstmals sein Buch „Nein, das mache ich nicht", erschienen im Ch. Links Verlag, vor.
von Admin (29.11.2010)

Am vergangenen Freitag durften wir den Autor Dirk Moldt für eine Buchpremiere im Besucherzentrum des DDR Museum begrüßen.
Zusammen mit einem im Buch genannten Zeitzeugen stellte er erstmals sein Buch „Nein, das mache ich nicht", erschienen im Ch. Links Verlag, vor.


Das Buch thematisiert selbstbestimmte Arbeitsbiografien in der DDR und ist den Menschen gewidmet, die den Mut aufbrachten, einen individuellen Arbeitsweg zu gehen. Moldt, heute Museumspädagoge im Deutschen Historischen Museum, erklärte dem Publikum welche Intentionen ihm Anlass zum Schreiben gaben. Er selbst hat an der Widerstandsszene teilgenommen und persönlich unter der Situation in der ehemaligen DDR gelitten. Durch die Befragung von Zeitzeugen und Darstellung der einzelnen Arbeitswege sieht Dirk Moldt die Möglichkeit, neue Quellen zu erschließen, auf denen man aufbauen kann.
Die einzelnen Biografien und Lebensgeschichten machen deutlich, wie schwer es in der ehemaligen DDR war, einen individuellen und selbstbestimmten Arbeitsweg zu gehen. Menschen, die sich entschieden, eine eigene Wahl für Ihre Karriere zu treffen, arbeitslos wurden oder es versäumten, sich bei der Sozialversicherung anzumelden wurden als Aussteiger oder gar Feinde angesehen und bezahlten Ihre Wahl mit Gefängnisstrafen und anderen Sanktionen. Bis zu 6.000 Personen seien ab dem Jahr 1968 in der DDR wegen „Arbeitsscheue" betraft worden. Es habe eine „Da machen welche nicht mit!" - Mentalität geherrscht, berichtet der Autor und beschreibt, dass der Arbeitsplatz auch ein Ort der sozialen Kontrolle war. Während eines interessanten Diskurses mit den Gästen wurden Fragen geklärt (u.a.: Wie ist man auf die Idee gekommen auszusteigen?, Was hat die Familie gesagt? Welche Konflikte gab es mit dem Staat?), persönliche Geschichten dargelegt und über die Bedeutung der Arbeit in der DDR gesprochen.
Diese Veranstaltung war Teil der Brandenburger Buchwoche. Wir bedanken uns bei den beteiligten Personen und freuen uns auf die nächste Veranstaltung am 11. Dezember, die Premiere der Rock Oper SEDis Faction.

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