Veranstaltung

Improvisationskunst im DDR Museum

Die Kunst der Improvisation war dem Großteil der ehemaligen DDR-Bürger eigen, denn dies war ihre Art dem allgegenwärtigen Mangel im real existierenden sozialistischen Alltag zu begegnen.
von Admin (22.01.2010)

Die Kunst der Improvisation war dem Großteil der ehemaligen DDR-Bürger eigen, denn dies war ihre Art dem allgegenwärtigen Mangel im real existierenden sozialistischen Alltag zu begegnen.

Eine ganz andere Art der Improvisation, weniger lebensnotwendig und alltagsrelevant als originell und abwechslungsreich, bot am gestrigen Abend das Duo Zwiebelfisch.

„Auf den Brettern, die die Welt bedeuten" überzeugte das Duo mit spontaner und dadurch besonders spannender, schauspielerischer Glanzleistung.
Und das ist nicht erfunden, denn die Bühne auf der Thomas Jäkel und Lars Labryga verschiedene Sichtweisen auf die DDR in improvisierten Szenen darboten, ist ein Original aus dem ehemaligen Palast der Republik.

Neben dem kompletten Mitarbeiter-Stab des Museums waren viele neugierige Gäste gekommen um in wahrhafter DDR-Wohnzimmeratmosphäre einen gemütlichen Abend zu genießen. Dieser war nicht nur von dem humorvollen als auch tiefsinnigen Programm der Improvisationskünstler geprägt, sondern auch durch fachliches Hintergrundwissen. Dies steuerte Dr. Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR Museum, bei. Er unterstützte die Darbietungen nicht nur mit nachträglichen Fakten zu den einzelnen Begriffen wie Wirtschaft, Grenze oder Staatssicherheit, sondern griff in das Geschehen ein, um fälschliche Sachverhalte richtig zu stellen.

Das Besucherzentrum, gefüllt bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz, war wechselhafter Schauplatz der Szenen und wurde zum Erinnerungsort an Eigenarten und alltägliche Sachverhalte des Lebens in der ehemaligen DDR.

Die darzustellenden Themen wurden per Losverfahren vom Publikum ermittelt. Nach der Losziehung hatten die Gäste die Möglichkeit, per Zuruf ihre Assoziationen mitzuteilen und sich somit direkt in das Theaterstück einzubringen.
Es war äußerst unterhaltsam und beeindruckend zu verfolgen, wie schnell sich die Akteure in verschiedene Rollen einfinden können. Ob Grenzsoldat, Pionier oder Erich Honecker persönlich...Thomas Jäkel und Lars Labryga brachten die Zuschauer in ihren zahlreichen Rollen zum Lachen und zum Nachdenken. Untermalt wurde das Ganze von Simon Schönfeld, Saxophonist und Violinist, der musikalisch die Handlungsschritte begleitete. Und das Ende vom Lied? Viel Applaus, viele lachende und zufriedene Gesichter und mehrere leere Flaschen Wein...

Ein wirklich schöner Abend.



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