Mit eindrucksvollen Bildern durch 40 Jahre DDR.

Heute möchte ich ein kleines Schmuckstück aus unserer Bibliothek vorstellen. Ich suchte ein Buch, das mir bildhafte Eindrücke in das Leben in der DDR liefert und mich so anhand von Fotografien und kurzen Schlaglichttexten auf eine kleine Zeitreise mitnimmt.
von Admin (13.08.2015)

Heute möchte ich ein kleines Schmuckstück aus unserer Bibliothek vorstellen. Ich suchte ein Buch, das mir bildhafte Eindrücke in das Leben in der DDR liefert und mich so anhand von Fotografien und kurzen Schlaglichttexten auf eine kleine Zeitreise mitnimmt.

Dies ist einem Buch auf besondere Weise gelungen. Schon der Einband machte Lust auf mehr: Lachende Gesichter, eine junge Frau, die ein weißes Taschentuch schwenkt und auf den Schultern eines jungen Mannes sitzt. Auf der Rückseite der Satz: „Das Leben war bunter in der DDR, als mancher sich das heute vorstellen kann.“  Nun war ich neugierig und schlug das Buch „Leben in der DDR - Bilder und Geschichten“ auf, das Franziska Kleiner 2009 im Eulenspiegel Verlag veröffentlicht hat.

Sie selbst wurde in der DDR groß, allerdings als „Spätgeborene“. Doch gerade dieses Misstrauen gegenüber ihrer Erinnerungsfähigkeit, das ihr von manchem Vertreter früherer Generationen entgegengebracht wird, motivierte sie dazu, dieses Buch zu verfassen. Sie lässt hier viele verschiedene ehemalige DDR-Bürger unterschiedlichen Alters zu Wort kommen und Erfahrungen aus ihrem Leben schildern. So etwa erzählt Ulrich Grunert seinen Kampf um die begehrten Mosaik-Heftchen, da die Abenteuer der Digedags seine unentbehrlichen Begleiter eines jeden Monats waren. Klaus Huhn schildert uns ferner seine Erlebnisse bei der Eröffnung des ersten HO-Geschäfts von Berlin in der Frankfurter Allee, das dem Schwarzmarkt auf der Straße den Garaus machen sollte.

Diese persönlichen Geschichten und Erlebnisse, zusammen mit den zeitgenössischen Fotografien, machen den Alltag der DDR erfahrbar und lebendig. Kurze Überblickstexte am Rand liefern die nötigen historischen Fakten zu den einzelnen Kurzgeschichten. Besonders hervorzuheben ist außerdem auch der Zeitstrahl am unteren Rand des Buches, der sich über alle Seiten zieht und wichtige historische Ereignisse, untergliedert in Jahre und Monate, benennt.

Einziges Manko dieses Bildbandes ist die zeitliche Ordnung der Geschichten und Fotografien. Der Jahresstrahl suggeriert, dass man sich auf einer bestimmten Seite auch in einem bestimmten Jahr befindet. Doch wird auf der Seite, auf der die Jahreszahl 1970 auf dem linken unteren Bildrand aufblitzt, eine Geschichte über den ersten Jahrgang an den Arbeiter- und Bauernfakultäten der Universitäten behandelt.  Auch der fotografierte Student ist modisch eher den 50er Jahren zuzuordnen. Leider fehlen ebenfalls Jahresangaben als Bildunterschriften, was eine Einordnung der Bilder deutlich erschwert.

Dennoch handelt es sich hier um ein äußerst ansehens- und lesenswertes Buch. Die erste Auflage ist deshalb schon nur noch gebraucht zu erstehen (ISBN: 978-3359022091). Ich hoffe auf eine zweite Auflage!

 

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