Mifa Klappfahrrad. „Ein bisschen Rohr ein bisschen Draht...

...fertig ist das Mifa-Rad!" Die in der DDR weit verbreiteten MIFA-Klappräder - sie wurden oft belächelt und nie so richtig ernst genommen. „Da fährt man wie ein Affe auf einem Schleifstein", so ein gängiges Urteil über den Fahrkomfort der kleinen Drahtesel aus Sangerhausen. Dass die Klappräder auch in den Jahren nach der politischen Wende keine große Wertschätzung erfuhren, konnte man an den ostdeutschen Straßenrändern beobachten: unzählige 'Klappis' landeten auf dem Sperrmüll, oft noch in fabrikneuem Zustand... Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Mittlerweile avanciert das DDR-Klapprad zum Kultobjekt, gerade bei Jugendlichen und Hipstern in den Großstädten.
von Admin (25.09.2013)

...fertig ist das Mifa-Rad!" Die in der DDR weit verbreiteten MIFA-Klappräder - sie wurden oft belächelt und nie so richtig ernst genommen. „Da fährt man wie ein Affe auf einem Schleifstein", so ein gängiges Urteil über den Fahrkomfort der kleinen Drahtesel aus Sangerhausen. Dass die Klappräder auch in den Jahren nach der politischen Wende keine große Wertschätzung erfuhren, konnte man an den ostdeutschen Straßenrändern beobachten: unzählige 'Klappis' landeten auf dem Sperrmüll, oft noch in fabrikneuem Zustand... Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Mittlerweile avanciert das DDR-Klapprad zum Kultobjekt, gerade bei Jugendlichen und Hipstern in den Großstädten.

Als der VEB MIFA (Mitteldeutsche Fahrradwerke) Sangerhausen 1967 das Klapprad Typ 901 auf der Leipziger Frühjahrsmese der Öffentlichkeit vorstellte, folgte man einem internationalen Trend. Klappräder waren einfach praktisch, man konnte sie in jedem PKW bequem transportieren und auch die Herstellungskosten hielten sich in Grenzen. Die kleinen Fahrräder waren in der Regel ohne Wartezeit verfügbar und erfreuten sich vor allem bei Campern großer Beliebtheit - wenn oft auch nur als Vehikel zum Brötchenholen im Urlaub.
Gegen Ende der 1970er Jahre wurde die modifizierte Version vom Typ 903 (unter anderem Wegfall der Luftpumpenhalter, geändertes Kettenblatt, Chromfolienaufkleber) zum Preis von 301 Mark auf den Markt gebracht. Als Luxusvariante wartete der Typ 904 mit zusätzlichem Gepäckträger über dem Vorderrad und Felgenbremse anstatt der Stempelbremse auf.

Eine Schwachstelle der MIFA-Klappräder war stets der Klappmechanismus. Hatte man den Schnellspanner nicht richtig angezogen, konnte sich das zentrale Scharnier mitunter während der Fahrt öffnen und der Fahrer böse verletzen. Nicht wenige Klappradfahrer verschweißten daher das Scharnier.

Nachdem MIFA um 1990 die Produktion des Klapprads nach circa drei Millionen Exemplaren eingestellt hat, führt das Unternehmen aktuell wieder Klappräder im Programm. Ob die modernen Erben des Minirads aus der DDR je den Kultstatus des 'Originals' erreichen werden, ist wiederum eine andere Frage. Kommen Sie doch einfach mal bei uns vorbei, wenn Sie mehr über DDR erfahren wollen.


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