Lieder aus dem Untergrund

Im Gegensatz zu den letzten Veranstaltungen im Besucherzentrum wurde der gestrige Abend nicht von Büchern, sondern von Instrumenten dominiert.
von Janine Henschel (27.02.2013)

Im Gegensatz zu den letzten Veranstaltungen im Besucherzentrum wurde der gestrige Abend nicht von Büchern, sondern von Instrumenten dominiert.

Zu Gast waren der Liedermacher und Psychoanalytiker Karl-Heinz Bomberg sowie der Musiker und Arzt Otmar Desch. Bomberg beeindruckte das Publikum mit seinem Gesang und seinen aufsässigen Texten, die ihn zu DDR-Zeiten in den Stasi-Knast brachten. Seine regimekritischen Lieder sang er in den 80ern vor allem in Kirchen. Desch begleitete Bomberg, der die Saiten seiner Gitarre schwingt, mit dem Keyboard und für mich war absolut spürbar, dass beide im wahrsten Sinne des Wortes perfekt auf einander „eingespielt" sind. Bomberg begeisterte aber nicht nur mit seinem Zupfinstrument, sondern auch an der Trompete. Ein weiteres Highlight des Abends war auch das bisher einzige gemeinsame Lied mit Katrin am Cello - eine musikalische Blumenwiese!

Für mich war die gestrige Veranstaltung eine der gelungensten und spritzigsten in den letzten Monaten - nicht nur aufgrund der bis auf den letzten Platz belegten Stühle. Die Lieder zeigen die Vielfältigkeit der Musik und des Lebens, erzählen von Liebespärchen, Träumen, Ängsten, Vater-Sohn-Beziehungen und der Kuriosität und Einzigartigkeit der Menschen.

Vielen Dank Herr Bomberg und Herr Desch für diesen witzigen und inspirierenden Abend - der hoffentlich nicht der letzte dieser Art in diesem Jahr gewesen sein wird. Ein ganz besonderes Dankeschön geht auch an den Techniker, der für die perfekte Atmosphäre im Hintergrund gesorgt hat.

Die CD „Wenn sich der Untergrund bewegt" ist natürlich auch bei uns im Shop des DDR Museums erhältlich. Eine kleine Hörprobe vorab hier.
...wer hier keine Gänsehaut bekommt...


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