Lacht kaputt, was euch kaputt macht!

Meist wird bei den Abendveranstaltungen im DDR Museum referiert, diskutiert und gelesen. Doch hin und wieder, es soll ja durchaus abwechslungsreich sein, wird auch gespielt und gesungen. Mir persönlich sind ja genau solche Veranstaltungen am liebsten. Der Meinung war anscheinend auch das Publikum der gestrigen Veranstaltung, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Grund dafür war das Theater Coram-Publico mit ihrem Stück „Live aus der Bonbonfabrik", einer „merkwürdigen Revue über ein merkwürdiges Land".
von Janine Henschel (27.11.2013)

Meist wird bei den Abendveranstaltungen im DDR Museum referiert, diskutiert und gelesen. Doch hin und wieder, es soll ja durchaus abwechslungsreich sein, wird auch gespielt und gesungen. Mir persönlich sind ja genau solche Veranstaltungen am liebsten. Der Meinung war anscheinend auch das Publikum der gestrigen Veranstaltung, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Grund dafür war das Theater Coram-Publico mit ihrem Stück „Live aus der Bonbonfabrik", einer „merkwürdigen Revue über ein merkwürdiges Land".

Ganze zwei Stunden lang lauschten die Gäste den Darstellern, wenn zum Beispiel die Frage geklärt wurde: Müssen die Frauen in Einheitskleidung herumlaufen? Oder auch: Dürfen sich Mädchen und Frauen schminken? Darauf hatte natürlich die Hausfrau und Mutti, Anne Wasternack, eine Antwort und stellte noch einmal klar, dass es für Frauen keinerlei Einschränkungen gab.

Außerdem erfuhren die Gäste von Maika Reszies, der Wissenschaftlerin, und der Kindergärtnerin Kerstin Köhler was es mit der Kampagne „Mit Flora, der Kuh, und Jolante, der Sau, erreichen wir das Weltniveau." und dem 6. Bauernkongress in Rostock auf sich hat.

Michael Hogh und Robert Göttsch, die in der Revue den fleißigen Arbeiter bzw. den Funktionär darstellen, gehen außerdem sehr detailliert darauf ein, welche Verpflichtungen man dem „sozialistischen Staat" und der „sozialistischen Gesellschaft" gegenüber hat. Die satirische Interpretation zog sich durch das gesamte Stück, da es sich bei allen Texten und Liedern um Originaldokumente und DDR-Propaganda handelte.

Eingespielt wurden zusätzlich originale Tonaufnahmen von Erich Honecker, die wiederum von einer weiteren Legende aus der DDR kommentiert wurden: „Na na na, so toll findet das Pitti auch wieder nicht." Auch musikalisch wurde dem Publikum viel geboten. Nicht nur stimmlich begeisterten das Theater Coram-Publico, sondern auch mit den DDR-Klassikern „Himmelblauer Trabant" und „Jugendliebe", bei denen auch die jüngeren Gäste mitsingen konnten. Sie merken schon, das hört sich nach einer Menge Spaß an!

Sollten Sie die gestrige Veranstaltung verpasst haben und nun selbst auch Lust bekommen haben, die Theatergruppe unter der Leitung von Stephan Ploog live zu erleben, finden Sie alle Informationen und Spieltermine direkt auf der Internetseite des Theater Coram-Publico.

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